ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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27.3.2019

Projektbeispiel: Bangladesch
Die Zukunft in den eigenen Händen

Brot für die Welt

Früher gingen die Menschen aus dem Süden Bangladeschs in die Sundarbarns, einem der größten Mangrovenwälder der Erde. Traditionell leben in und von den Sundarbarns verschiedene Berufsgruppen, vor allem Fischer, Jäger, Holzfäller oder Honigsammler.

Das Mangrovengebiet wird zunehmend vernichtet. Für die Errichtung von Shrimps-Farmen für den Export nach Europa, Japan und in die USA ließen Regierung, Entwicklungsbanken und Privatunternehmen große Gebiete abholzen. Dafür vertrieben sie die ansässigen Kleinbauern. Häufig unter massiver Gewaltanwendung.

Damit raubten sie nicht nur Tausenden Menschen ihre Existenz, sie verursachten auch schwerste ökologische Schäden. Außerdem werden für die Shrimps-Zucht nur 25 Prozent der Arbeitskräfte gebraucht wie in der Landwirtschaft.

Mit dem Projekt SOS ("Save our Sundarbarns") will die Organisation PRODIPAN ("Erleuchtung", "Aufklärung") die Lebensbedingungen der Bewohner der Sundarbarns verbessern. Die Maßnahmen bringen gleichzeitig auch einen Erhalt und Schutz der Sundarbarns mit sich.

PRODIPAN will ein Bewusstsein zum Schutz der Sundarbarns, ihrer Ressourcen und der lokalen Bevölkerung aufbauen. Regelmäßig treffen sich Männer und Frauen in kleinen Gruppen (shomitys). Hier werden sie über die Bedeutung der Mangroven informiert und über ihre Rechte aufgeklärt und unterstützt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist die Ausgabe von über 20.000 Pflanzen. Sie dienen der Aufforstung, und können später, wenn sie größer sind, als Feuerholz oder Baumaterial genutzt oder verkauft werden. "Die Frauen kümmern sich um die Pflanzen wie um ihre Kinder", berichtet ein PRODIPAN-Mitarbeiter. Auch wenn die Bäume jetzt noch zu klein zur Nutzung sind, wissen sie nun um die sofortige Auswirkung auf die Umwelt und ihr eigenes Leben. Schon heute hat die Gefährdung der Ressourcen und die maßlose Ausbeutung der Sundarbarns abgenommen.

Mangroven – Ökologisches System in Gefahr

Mangrovenwälder bestehen aus Laubbäumen und Sträuchern und bilden ein empfindliches Ökosystem. Sie treten hauptsächlich im Aufschlickungsbereich tropischer Wattküsten und im Brackwasser von Flussmündungen auf. Voraussetzung für die Verbreitung ist eine flache Gezeitenküste, die bei Flut von salzigem Meerwasser überschwemmt wird.

Als Reaktion auf die extremen Standortbedingungen haben Mangroven spezielle Organe ausgebildet. Charakteristisch sind die Luftwurzeln oder Stelzwurzeln. Dank dieser Wurzeln kann der Baum den Sauerstoffmangel während der Flut überbrücken. Die Wurzelmembrane sorgen für eine fast vollständige Entsalzung des Meereswassers. In Mangrovenwäldern leben eine Vielzahl von Tieren, sogar der bengalische Königstiger. Das Holz der Stämme wird als Baumaterial oder Feuerholz genutzt. Eine wichtige Funktion der Mangroven ist der Küstenschutz besonders in überflutungsgefährdeten Ländern wie Bangladesch.

Die moderne Aquakultur zur Zucht von Shrimps für den Weltmarkt trägt zur großflächigen Vernichtung der Wälder bei. Für das Wachstum und gegen die Krankheiten werden Antibiotika und Pestizide eingesetzt. Die Folge sind verseuchte Tiere, und auch umliegende Waldgebiete werden über die Abwässer stark verschmutzt. Nach drei bis sieben Jahren müssen die Zuchtbecken aufgegeben werden. Diese Flächen sind jedoch verlorenes Land, da während der Nutzung die Salzkonzentration im Boden und im Grundwasser angestiegen, und eine landwirtschaftliche Nutzung unmöglich ist.

Sie können Ihre Spende in allen Weihnachtsgottesdiensten in die Kollekte geben oder direkt überweisen auf das Konto beim Kreiskirchlichen Verwaltungsamt Steglitz:

Konto-Nr. 776475
EKD Kiel
BLZ 100 602 37

Bitte als Stichwort "Petrus-Giesensdorf, Brot für die Welt" nicht vergessen.