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13.12.2018

Mit Laib und Seele
Lebensmittelausgabe im Gemeindezentrum Celsiusstraße geplant – freiwillige Helfer gesucht

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Berlin hat in den letzten 15 Jahren seit der Wende und der Wiedervereinigung der beiden Stadthälften sein Aussehen stark verändert. In den Innenstadtbezirken ist mit dem Regierungsviertel und dem Potsdamer Platz eine völlig neue Mitte entstanden. Berlin ist zu einer europäischen Metropole geworden, die pulsiert und lebt und ein buntes Angebot in den unterschiedlichsten Bereichen bereithält.

Eine Stadt mit vielen Problemen

Wo viel Licht ist, gibt es aber auch Schatten. Und so ist Berlin bei aller Lebendigkeit auch eine "arme" Stadt; die Arbeitslosigkeit ist hoch, ebenso die Zahl der Sozialhilfeempfänger bzw. Arbeitslosengeld-II–Empfänger. In den öffentlichen Haushalten klaffen riesige Löcher, deren Auswirkungen auch in vielen Bereichen der Stadt zum Vorschein kommen und zu spüren sind.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig. War die Stadt aufgrund ihres Sonderstatus jahrzehntelang Wettbewerbsbedingungen gar nicht oder nur sehr vermittelt ausgesetzt gewesen, so musste sie nach der Wende auf internationaler Ebene mit anderen Städten um die Ansiedlung von Unternehmen und Institutionen konkurrieren. Die Veränderung der politischen und ökonomischen Landschaft brachte es also mit sich, dass Berlin mit Problemen zu kämpfen hat, die auch anderen europäischen Großstädten nicht fremd sind.

Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl von hausgemachten Problemen: die Bankenaffäre sei hier nur als ein Beispiel genannt.

Die Thermometersiedlung – ein sozialer Brennpunkt

Gleichwohl sind die Auswirkungen der haushaltspolitischen Misere innerhalb der Stadt sehr unterschiedlich verteilt. Ein Blick in den Sozialstrukturatlas der Senatsverwaltung für Gesund, Soziales und Verbraucherschutz macht dies deutlich. Er weist neben sozialen Problembezirken wie Kreuzberg, Wedding oder Neukölln auch Bereiche aus, in denen eine günstige Sozialstruktur anzutreffen ist.

Hierzu zählt u.a. der Bezirk Steglitz-Zehlendorf, der im "Sozialranking" den ersten Platz einnimmt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in diesem Bezirk soziale Brennpunkte gibt wie z.B. den Bereich der so genannten Thermometersiedlung. Gerade im Gebiet der Thermometersiedlung ist seit einigen Jahren eine starke Veränderung der Zusammensetzung der dortigen Wohnbevölkerung zu beobachten. Besserverdienende sind oft weggezogen, hinzu kamen Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern und schwierigen sozialen Verhältnissen. Das Ganze ergibt eine Mischung mit nicht geringer Neigung zu Explosivität. Darüber hinaus ist eine Zunahme an sozialer Verwahrlosung zu beobachten.

Seit vielen Jahren ist die Gemeinde Petrus-Giesensdorf mit der Arbeit der Holzkirche e.V. und dem Gemeindezentrum in der Celsiusstraße in diesen Wohnbereichen tätig und versucht sich den sozialen Herausforderungen im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten zu stellen.

Lebensmittelausgabe im Gemeindezentrum Celsiusstraße geplant

Seit einiger Zeit gibt es in der Gemeinde Überlegung das Angebot im Gemeindezentrum Celsiusstraße in Kooperation mit der Berliner Tafel e.V. zu erweitern. Der nach amerikanischem Vorbild gegründete Verein versorgt täglich viele Menschen in Berlin mit Lebensmitteln, die anderswo übrig bleiben und vernichtet werden müssten. Die Berliner Tafel e.V. bringt diese Waren zu 370 sozialen Einrichtungen wie Suppenküchen, Frauenhäusern, Beratungsstellen und Schulen.

"Laib und Seele" ist eine spezielle Aktion der Berliner Tafel in Zusammenarbeit mit dem rbb und verschiedenen Berliner Kirchengemeinden, um an hilfsbedürftige Menschen Lebensmittel zu verteilen.

In vielen Berliner Bezirken gibt es bereits Ausgabestellen, in Steglitz-Zehlendorf existiert eine solche Ausgabestelle bis heute leider nicht. Hier ist dringend Abhilfe geboten. Aus diesem Grund würde die Gemeinde Petrus-Giesensdorf im Gemeindezentrum Celsiusstraße gerne eine solche Ausgabestelle einrichten. Um dieses Vorhaben zu realisieren, werden freiwillige Helferinnen und Helfer benötigt.

Wenn Sie Interesse haben sich an dieser Aktion zu beteiligen, so melden Sie sich im Gemeindebüro (Tel. 755 19 285) oder bei Pfarrer Busch (Tel. 355 04 614). Der zeitliche Aufwand ist überschaubar und die Menschen, die Hilfe benötigen, werden es Ihnen danken.

Ihr Pfarrer Michael Busch

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