ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.5.2019

Die Sanierung der Petruskirche hat begonnen!
Ein Blick auf begonnene und bevorstehende Bauarbeiten

von Torsten Lüdtke

Seit dem 27.06.05 ist die Petruskirche – wie bereits in der Juni-Ausgabe des SCHLÜSSEL berichtet – wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten geschlossen. Nach dem inzwischen ein knappes Vierteljahrhundert zurückliegenden Umbau 1982 muss der 1898/1899 vom Regierungsbaumeister Goldbach auf dem Oberhofer Platz errichtete Kirchenbau renoviert werden.


Ansicht der Petruskirche (Postkarte, um 1910)

Den Auftakt dieser Renovierungsarbeiten bilden die bereits begonnen Umbaumaßnahmen im Eingangs- und Turmbereich; in den nächsten Jahren werden weitere Bau- und Instandhaltungsarbeiten auf unsere Gemeinde zu kommen: so müssen sowohl das Turmdach als auch das Dach über dem Kirchenschiff saniert werden. Außerdem wird darüber nachgedacht, die zur Zeit vermauerte Rosette in der Ostwand des Kirchenschiffes wieder zu öffnen.

Umbau des Eingangsbereichs der Petruskirche

Doch zunächst zu den aktuellen Bauarbeiten: dabei soll die Eingangssituation für Menschen im Rollstuhl oder auch Familien mit Kinderwagen verbessert werden, so dass in Zukunft neben der historischen Treppe auch eine Rampe in das Kircheninnere führt. Gleichzeitig mit dem Bau der Rampe, der auch mit dem Denkmalschutz abgestimmt ist, werden auch die in der Eingangshalle im Turm befindlichen Toiletten saniert und behindertenfreundlich umgebaut.

Die neu aus Granit, dem Material der bestehenden Treppe zu errichtende Rampe wird dann an der rechten Seite eines etwas verbreiterten Treppenabsatzes vom Vorplatz aus in die Petruskirche führen.
Die seit 1982 im Turm befindliche Damen- und Herrentoilette wird eine neue Ausstattung und Aufteilung erhalten, dabei wird die Damentoilette dann auch behindertenfreundlich ausgestattet sein.

Neueindeckung der Dächer der Petruskirche

Die aus dem Jahre 1948 stammende, vereinfachte Eindeckung der Dächer der Petruskirche muss ebenfalls in den kommenden Jahren erneuert werden, da die Gefahr des Absturzes einzelner Ziegel, bzw. ganzer Dachpartien besteht. Dabei wird sich die Neueindeckung an der 1943 durch Fliegerbomben schwer beschädigten – und 1948 beseitigten – Dachgestalt der Erbauungszeit mit glasierten Ziegeln orientieren.

Im nächsten Jahr soll mit der Erneuerung des steilen Kirchturmdaches begonnen werden; dabei soll dann auch das reizvolle, auf alten Bildern der Petruskirche zu erkennende Muster des Turmdaches wieder entstehen, das nach den alten Vorbildern gestaltet, in verschiedenfarbig glasierten Ziegeln (dunkelrot-braune, rote, grüne, goldene und schwarze Ziegel) gelegt werden wird.

Die Neueindeckung des Daches über dem Kirchensschiff wird dann höchstwahrscheinlich 2007 folgen, auch hier wird eine am Originalzustand orientierte Gestaltung angestrebt.

Durchbruch der zur Zeit vermauerten Rosette

Ein nicht unbedeutendes, zweckgebundenes Vermächtnis eines verstorbenen Gemeindegliedes hat dem GKR und anderen Gremien der Gemeindeleitung den Anstoß dazu gegeben, über die Öffnung der seit 1954/55 zugemauerten Rosette in der Ostwand der Petruskirche nachzudenken.

1954/55 wurde der, im II. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogene Innenraum der Petruskirche durch den Kirchenbaurat Wendland im Geschmack der Zeit komplett umgestaltet. Dabei verschwand im Chor bzw. Altarraum neben der prächtigen neogotischen Malerei von Prof. Oetken (gotisierendes Maßwerk, florale Ornamentik) auch die Rosette, die – wie auch andere Teile der Innenausstattung – als "nicht mehr zeitgemäß" empfunden wurde. [In dieser Haltung zeigt sich m. E. ein deutschlandweit verbreitetes – aus neuem Wohlstand resultierendes – Unverständnis der Aufbauenden gegenüber historistischer und historisch gewachsener (Bau-)Kunst; unzählige Beispiele könnten hier angeführt werden.]

Die Verglasung der Rosette, ein Geschenk des Kaiserpaares, zeigte – so die Baubeschreibung von 1898 – neben den Wappen der Spender und den Symbolen der Evangelisten "im Mittelfelde den thronenden Christus".

Mit einem Durchbruch der Rosette erhielte die Petruskirche aber auch der Oberhofer Platz ein anderes Gesicht: eine "alte" Beziehung würde so wiederhergestellt werden; doch ist der Denkprozess noch nicht abgeschlossen, eine Entscheidung, die mit der Gemeinde und weiteren kirchlichen Gremien abgestimmt ist, steht noch aus.

Pünktlich zu ihrem 110-jährigen Bestehen wird sich die Petruskirche in einem neuen Gewand präsentieren; bis dahin ist jedoch noch ein langer und auch steiniger Weg zu beschreiten, denn noch sind nicht alle Planungsarbeiten abgeschlossen und alle finanziellen Probleme gelöst. Es gibt noch viel zu tun, doch ist mit den Umbaumaßnahmen für eine behindertenfreundliche Kirche ein Anfang gemacht.

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