Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.9.2019

Zum Monatspruch März 2005

von Lutz Poetter

Liebe Gemeinde,
am Anfang der Guten Nachricht steht Jesus Christus, der Auferstandene, der Lebendige, der Gegenwärtige. Ohne ihn gäbe es keine Predigt, keine christliche Gemeinde, keine Umkehr, keine Sündenvergebung.

Der Auferstandene – lebt!

Den inneren Zusammenhang von Jesu Kreuz und Auferstehung, von Karfreitag und Ostern stellte nach den Evangelien der auferstandene Herr selber her: Er erschien seinen Jüngern, er aß mit ihnen, erklärte ihnen die Schrift, er löste ihre Fragen, Zweifel und Ängste auf. Die Gemeinde der ersten Jünger und Jüngerinnen in Jerusalem war die Gruppe der Zeugen Jesu Christi. Die Urgemeinde bezeugte den lebendigen Sohn Gottes. Sie war nicht der Fanclub eines beeindruckenden Toten namens Jesus aus Nazareth. Immerhin blicken wir auf den Anfang der weltweiten christlichen Mission.

Solchen Aufwand für einen Dahingeschiedenen zu treiben, wäre den Jüngern bei aller Verehrung Jesu nicht in den Sinn gekommen. Jesus ist und bleibt als der Christus lebendig, gegenwärtig – das ist die Urbotschaft von Ostern, die alles Christentum, jede Mission und Kirche erst auslöste.

Der Auferstandene – und wir?

Wie aber sind Menschen in der Nachfolge Christ, im Glauben an ihn mit der Kraft der Auferstehung verbunden? Die Erfahrungen der jungen Christenheit finden wir in den Evangelien, erzählt als Begegnungen Jesu mit seinen Jüngern. Eine dieser typischen Begegnungen auf dem See Genezareth erzählen uns drei der vier Evangelisten.

Jesus wandelt auf dem Wasser...

Die Jünger waren Jesus auf sein Geheiß hin vorausgefahren. Das Boot sollte sie über den See Genezareth – das Galiläische Meer – auf das gegenüber liegende Ufer bringen. Jesus selbst blieb an Land, suchte die Einsamkeit eines Berges, um dort zu beten. Die Nacht brach herein, und ein heftiger Sturm kam auf. Das Boot mit den Jüngern kämpfte mitten auf dem See mit den Wellen. In dieser Gefahr erschien Jesus seinen Jüngern – er wandelte über das Wasser, die gefährliche Tiefe. Die Jünger wussten nicht, ob sie ihren Augen trauen sollten: Sahen sie ein Gespenst? Furcht ergriff sie, sie schrieen panisch. Der Herr auf dem Wasser sprach beruhigend auf sie ein: "Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!" Inmitten von Todesnacht und Meeresflut erschien Jesus seinen Gefährten als Tröster und Helfer. Der auf dem tosenden Meer wandelnde Herr kam als Vorschein des Auferstandenen.

... und Petrus versinkt

Petrus wollte auch auf dem Wasser wandeln können. Mutig verlangte er: "Herr, bist du es, so heiß mich zu dir kommen auf dem Wasser." Jesus rief ihn zu sich, aber kaum hatte Petrus das Boot verlassen, da verließ ihn auch der Mut. Er sah den Sturm und das Tosen der Wellen, er sank und drohte völlig zu versinken: "Herr, hilf mir!" Jesus streckte seine Hand aus, ergriff ihn und rettete Petrus vor dem Ertrinken in den stürmischen Fluten.

Können – oder glauben?

Unser Herr Jesus wandelte über den lebensbedrohlichen Wassern, der zuerst tollkühne Jünger Petrus versank in ihnen. Simon Petrus "konnte" nicht auf dem Wasser laufen, auch wenn er es sich noch so gewünscht hat. Die Evangelien schauen auf Jesus von Nazareth als den auferstandenen Christus in seinem Wirken unter dem Volk Israel. In allen seinen menschlichen Taten und Zeichen scheint schon etwas auf vom Glanz seines göttlichen Wesens auf, der ihn vollends erst nach der Auferstehung umgibt. Die Jünger " und immer wieder ganz besonders Petrus " scheitern, versagen, verzweifeln, versinken. Die Jünger sind eben nicht gleich ihrem Herrn und Meister. Sie stehen erst recht nicht über ihm. Sondern sie stehen unter ihm " sehr weit unter ihm. Und da gehören Jünger und Jüngerinnen Jesu in der Nachfolge auch hin. Gerade diese natürliche Unterordnung macht deutlich, wie sehr wir von der Vergebung leben.

Lutz Poetter

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