Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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12.12.2019

Lasst uns Licht sein
4. März 2005: Weltgebetstag/Liturgie aus Polen

von Renate Kirsch

Herzliche Einladung zum Weltgebetstag am Freitag, den 4. März 2005 um 15.30 Uhr im Gemeindezentrum Eben Ezer, Celsiusstr. 46-48.

Wir werden diesen Gottesdienst zusammen mit Geschwistern der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der Katholischen Kirche feiern. Die Gottesdienstordnung kommt in diesem Jahr von Schwestern aus Polen.

"Lasst uns Licht sein" – mit dieser Aufforderung laden sie uns ein, mit ihnen zu beten.

Von Panama nach Polen. Der Weltgebetstag wird seit über 100 Jahren auf der ganzen Welt gefeiert, und für 2005 kommt er uns ganz nah: aus unserem Nachbarland Polen. Die einst so schwierige, geschichtsträchtige und auch schmerzliche Oder-Neiße-Grenze können wir nun ohne große Formalitäten wechselseitig überschreiten und uns fröhlich zuwinken mit der neuen Liturgie in Händen: "Lasst uns Licht sein."

Das Motto fußt auf Jesu Zuspruch aus der Bergpredigt: Ihr seid das Licht der Welt. Und im Epheserbrief, den die Verfasserinnen der Gottesdienstordnung ebenfalls zitieren, heißt es in etwa: Werdet, was ihr seid, lebt als Kinder des Lichts.

Das Motto der polnischen Liturgie gilt weltweit für die Christinnen aller Konfessionen in über 170 Ländern. Zweifellos ist das Leben der 38 Millionen Einwohner Polens mehr geprägt von christlichen Traditionen als jedes andere Land Europas. Das gilt nicht nur für die 90 bis 96 Prozent Katholiken – auch die Orthodoxen, die Protestanten und Mitglieder anderer christlicher Kirchen sind in ihrem Leben sehr stark religiös geprägt.

Gegen alle Erwartung hat sich seit Jahren eine tragfähige Ökumene "in des Papstes eigenem Land" entwickelt. Und so konnten Frauen aus neun verschiedenen Konfessionen eine gemeinsame Basis finden und die neue Liturgie und das Begleitmaterial schreiben.

Polinnen und Polen sind aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte besonders sensibel. Zwischen 1772 und 1795 wird Polen dreimal zwischen Russland, Preußen und Österreich zerrissen und zerteilt. Bis 1918 verschwand es für gut 120 Jahre von der Landkarte und musste versuchen, mit der Parole "Noch ist Polen nicht verloren" in den Köpfen und Herzen weiter zu leben. Tapferer Freiheitswille, Nationalstolz und ihr christlicher – nicht zuletzt römisch-katholischer Glaube – hielten die Kräfte wach, um 1918 einen unabhängigen polnischen Staat ausrufen zu können. Von 1933 an begann für Polen wie für Deutsche eine neue Schreckensgeschichte.

Der Weltgebetstag am 4. März kann mit seinem Motto "Lasst uns Licht sein" den Mut und die Kraft geben, dass sich deutsche und polnische Christinnen und Christen einander ihre bitteren Geschichten eingestehen, erzählen und vergeben können – im Licht der Botschaft Jesu.

Renate Kirsch

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