ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Dezember 2004/Januar 2005

18.7.2019

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Joachim Tröger
von E-Mail

Er war ein treuer Diener seiner Kirche, keiner der im Rampenlicht stand, kein Mann großer Worte, sondern einer, der im Hintergrund dafür Sorge trug, dass die Dinge reibungslos funktionieren konnten. Seit 1963 bis zu seinem krankheitsbedingten Ruhestand 1999 war er als Haus- und Kirchwart in der Kirchengemeinde Alt-Schöneberg tätig. Ein Kirchwart vom "alten Schlag" war er und gerne berichtete er von seinem Dienst bei den unzähligen Gemeindeveranstaltungen, bei den Bestattungen, wenn er die Urne zum Grab trug, erzählte Geschichten aus dem Leben (s)einer Kirchengemeinde.

Nach seinem Ruhestand engagierte er sich mit seiner Frau Bärbel in unserer Gemeinde. Sein Weg führte ihn schnell in das Gemeindebüro, wo er sich vorstellte und seine Dienste anbot. Für den Ruhestand fühlte er sich noch nicht geschaffen. Seit dieser Zeit war er oft zu sehen am Sonntag beim Kirchdienst, bei einer Trauung oder Bestattung in der Dorfkirche und in der Petruskirche. Oft, wenn sich keiner fand für den Kirchdienst, sprang er ein, half Lücken zu schließen. Der monatliche Gottesdienst im Seniorenheim im Lichterfelder Ring lag ihm besonders am Herzen. Auch dort sorgte er dafür, dass die Gemeinde Gottesdienst feiern konnte.

Er war viel unterwegs in unser Kirche, brachte die Gemeindepost zum Kirchlichen Verwaltungsamt, und hat immer Grüße von einem zum andern getragen, das hat er gern gemacht. Am 4. November ist er im Alter von 65 Jahren gestorben. Wir sind dankbar für seine Arbeit. Er wird uns fehlen.

Pfarrer Michael Busch

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Gerhard Augustin
von Helmut Lehmann

Ein Stuhl steht leer im Übungsraum des Chores Petrus-Giesensdorf. Doch bald nimmt ein weiterer Sänger darauf Platz. So kann jemand nachrücken – nur Gerhard nicht. Er ist nicht mehr dabei.

Er ist heimgerufen worden, ganz plötzlich! Noch eben einen Vortrag gehört, nach Hause mit dem Wagen gefahren und dann Mittag gegessen. Wie meistens hat er sich zur Mittagsruhe begeben, die in die Ruhe vom Erdendasein mündete. Für ihn vielleicht "gut" (?) aber für die Angehörigen ein schlimmer Schock! Gerhard Augustin schied nach Gottes Willen aus dem Leben am 3. November 2004.

Er war lange im Chor, dort betonte er immer wieder die Vorzüge des alten Repertoirs als ein engagierter Sänger im Bass, er saß gerne neben mir im Chor. Als Techniker hat er etliche Aufnahmen auf Kassetten von Chorkonzerten gemacht, die von vielen gerne erworben wurden.

Er machte auch öfter auf Konzerte aufmerksam, die hörenswert waren und pries auch gerne Erzeugnisse seiner Gartenkunst an. Es sollte doch ja nicht etwas umkommen!

Auf Chor-Freizeiten war die Freude immer groß, wenn Gerhard sich erhob und mit schmunzelndem Gesicht Gedichte von Eugen Roth völlig auswendig vortrug und nicht so schnell zum Ende fand. Er war auch bereit, im Chor St. Thomas auszuhelfen, wenn es an Basssängern fehlte.

Seine Lust zu singen ging noch weiter. Er sang gerne in einem Singkreis mit, sein Bass war eben beliebt. Gerhard Augustin war immer zur Stelle, wenn technische Defekte zu beheben waren. Er holte auch zum Singen mit seinem Auto ab, wer es dringend brauchte.

Er lebte gerne und tat einiges für seine Gesundheit. Er wollte noch viel von der Welt sehen, doch – Gott wollte es anders.

Seine eher stille Frömmigkeit berührte mich, sie war für ihn selbstverständlich. Er schätzte die Fürbitte sehr.

In Gerhards Soldatenzeit im Zweiten Weltkrieg, wo die totale Zerstörung die Zeit bestimmte und mancher auch seelisch zusammenbrach, vertiefte sich seine Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung. Trotz schlimmer Kriegsgefangenschaft hielt er daran fest. Heimgekommen und wieder gesundet, wurde es ihm wichtig, mit persönlichem Einsatz als Pazifist für einen dauerhaften Frieden zu demonstrieren. Er ließ nicht locker, anderen diesen Gedanken zu vermitteln, sie vielleicht zu überzeugen.

Die Verantwortung in seiner Gemeinde war ihm wichtig. Er wurde Glied des Gemeindekirchenrates und arbeitete ständig dort mit.

Das Leben von Gerhard Augustin ist für mich und andere ein Zeichen von Gottes Liebe, die unsere Herzen liebesfähig macht und bereit, für die dazusein, die uns brauchen, damit Freude das Leben bestimmt.

Helmut Lehmann