ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Oktober 2004

26.3.2019

Die Reformation hat ihr Ziel noch vor sich

von E-Mail

Wir haben heute oft Schwierigkeiten, die Ereignisse, Hintergründe und Motive der Reformation zu verstehen. Das Anliegen Martin Luthers scheint uns mittlerweile fremd zu sein. Die Probleme, die wir heutigen Menschen haben, waren nicht seine Probleme. So sind zumindest vordergründig Luthers Antworten auch nicht mehr unsere Antworten. Wenn diese Feststellung zutrifft, hat das vielleicht folgende Konsequenz: Wir müssen selber den Mut zur Reformation aufbringen.

"Die Kirche ist immer zu reformieren", lautete eine These der Reformation. Und gewiss gilt das nicht nur für die Kirche. Das lässt sich nicht zuletzt auch daran ablesen, dass wir im Augenblick mitten in einer sehr schmerzhaften Debatte über die Reform unseres Sozialsystem stehen.

Die erste der 95 Thesen vom 31. Oktober 1517 lautet: "Unser Herr und Meister Jesus Christus hat mit seinem Wort 'tut Buße' usw. gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen nichts als Buße sein solle." Mit anderen Worten: Das ganze Leben soll eine Erneuerung sein. Erneuerung ist eine bleibende Aufgabe für die Kirche, aber auch für jedes Leben.

Wenn wir so eine der wesentlichen Aussagen der Reformation Martin Luthers verstehen wollen, dann müssen wir sehen, wie wir diesen Anspruch bewahren können. Dann müssen wir nach der Erneuerung fragen, die heute bei uns ansteht. Martin Luther hat die Spaltung der Kirche nicht gewollt. Sie ist dennoch eingetreten und besteht noch heute.

Der Münchener Theologe Wolfhart Pannenberg hat aus dieser Tatsache zu Recht gefolgert: "Wenn das ursprüngliche Ziel der Reformation die Erneuerung der ganzen Kirche war, so bedeutet die Entstehung besonderer evangelischer und reformierter Kirchen das Scheitern der Reformation Luthers. Die Vollendung der Reformation kann nur in der Einheit der Kirche gefunden werden."

Deshalb ist das reformatorische Anliegen heute auf dem Weg zur Ökumene zu suchen und allein in der Ökumene zu finden. Das Reformationsfest 2004 kann sinnvoll deshalb wohl nur als ökumenisches Fest gefeiert werden.

zum Seitenanfang

Wittenberg
Auf Luthers Spuren: Reisetipp zur Reformation


Lutherhaus in Wittenberg

Viele historische Schauplätze, Dokumente und Gebäude "atmen" noch heute in Wittenberg den Geist der Reformation. Aber nicht nur Martin Luther, sondern auch Theologen und Künstler aus seiner Zeit wie Philipp Melanchthon, Lucas Cranach und Johannes Bugenhagen prägen bis heute den besonderen Charakter der Kreisstadt in Sachsen-Anhalt, leicht zu erreichen über die Autobahn Berlin-Nürnberg.

Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Wittenberg ist die "Lutherhalle", das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Allein im letzten Jahr zählte es über 60 000 Besucher. Gegenwärtig verfügt die Lutherhalle mit etwa 15000 Druckschriften, 12000 Grafiken, 8000 Handschriften, 1600 Münzen und Medaillen sowie 150 Gemälden über die bedeutendsten Sammlungen zu Luther, der Reformationszeit und zur Wirkungsgeschichte Luthers.

Erbaut wurde die Lutherhalle zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Augustinerkloster. Nachdem das Kloster 1522 aufgelöst wurde, lebte dort der verheiratete Luther mit seiner Familie.

Den Namen ihres großen "Sohnes" trägt bis heute die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die in Wittenberg 1502 gegründet worden ist. Besonders durch das Wirken des Reformators wurde sie zu einem Zentrum des Geisteslebens in Europa.

In Wittenberg sind darüber hinaus mit der Stadt- und Schlosskirche zwei Sakralbauten zu finden, in denen Luther häufig gepredigt hat. Auch wenn die Schlosskirche durch den Thesenanschlag berühmter geworden ist, so ist doch die Stadtkirche das älteste Bauwerk. Wittenberg lebt nicht nur von der Vergangenheit. Große Anstrengungen werden von den Bürgern unternommen, um dem verpflichtenden Namen wieder voll gerecht zu werden. So ist Wittenberg nicht nur wegen seiner Geschichte eine Reise wert.

zum Seitenanfang

Lesen Sie zu diesem Thema auch: