Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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7.12.2019

Abschied von Christel Hein

von Ortud Brumm


 

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Traurig und mit Dank haben wir in der Gemeinde von Christel Hein Abschied nehmen müssen. Sie ist am 23. Juni 2004 verstorben.
Wir konnten es kaum fassen, dass sich das Leben so schnell ändern kann.
Der Gemeindekirchenrat ist dankbar für all ihre Mitarbeit in der Gemeinde und ist in Gedanken bei ihrer Familie.

Eine von denen, die sie schon seit vielen Jahren in der Gemeinde kannten, die ehemalige Giesensdorfer Küsterin Ortrud Brumm, erinnert sich:

Seit ungefähr 22 Jahren kenne ich Christel. Damals wurde ihr Sohn in Giesensdorf konfirmiert und Christel hatte angefangen, in der Evangelischen Kirchengemeinde Lichterfelde-Giesensdorf ehrenamtlich tätig zu sein. Bald war sie auch Mitglied im Gemeindekirchenrat. Ihr besonderes Interesse galt dem praktischen Gemeindeleben und dem Gedeihen der Gemeindearbeit zum Beispiel bei Gemeindefesten. Unermüdlich sammelte sie Spenden bei Firmen aus dem Gemeindegebiet für die Gemeindetombola. Und dabei war sie sehr erfolgreich.

Bald entstand die Idee der "Giesensdorfer Cafe- und Trödelstube", die von Christel fast allein betreut wurde. Sie verkaufte Trödel, der von Gemeindegliedern gespendet worden war, und bewirtete ihre Gäste mit Kaffee und Kuchen. Dabei entstanden Freundschaften z. B. mit bedürftigen ausländischen Familien. Christel war immer fröhlich und scherzte gern. Sichtete sie den gelieferten Trödel, trug sie oft einen Hut aus dem neuen Sortiment und unterhielt sich und andere mit ihren Kommentaren.

Ihre direkte aber humorvolle Art, mit der sie ihre Meinung sagte und vertrat, hat vielleicht manchmal einen Mitarbeiter verstört. Aber es nahm ihr niemals jemand etwas übel, denn Christel war einmalig.

Sie war immer hilfsbereit und absolut zuverlässig. Hatte Christel ein Versprechen gegeben, so wurde es eingelöst ohne Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten. Erkältungen oder leichtere Erkrankungen überbrückte sie mit Optimismus.

Gab es Probleme bei den Küsterinnen, dann sprang Christel ein und hütete Telefon und Küsterei. Alles wurde sorgfältig notiert und weitergegeben.

Als dann die fast kirchwartlose Zeit anfing, war es auch Christel, die stets bereit war, Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beisetzungen zu begleiten. Ohne ihre Hilfe wäre es sicher zu Engpässen gekommen.

In den letzten Jahren, nachdem ich in den Ruhestand gegangen war, habe ich Christel regelmäßig als Kursbegleiterin für unseren Englischkurs erlebt. Auch hier hat sie uns durch ihre fröhliche Art unterhalten und hervorragend begleitet und betreut. Wir haben viel zusammen gelacht.

Christel war ein eigenwilliger Mensch, der keinerlei Scheu hatte, spontane Ideen sofort umzusetzen. Und so manches Mal verblüffte sie ihre Mitmenschen, aber immer erreichte sie ihr Ziel und wurde freundlich unterstützt. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass Christel als wir gemeinsam mit dem Englischkurs in London waren, unbedingt einmal die Mütze eines Londoner Bobbys auf dem Kopfe tragen wollte. Sie sprach einen Bobby an, der willigte sofort ein, und Christel präsentierte sich stolz mit Bobbyhelm.

So war Christel!

Sie bleibt unvergessen und wird allen, die sie kannten, fehlen.

Ortud Brumm

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