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13.12.2018

40 Jahre Kita Petrusheim

von Monika Nickel

40 Jahre – ein Grund zu feiern.

Unser Wunsch ist es, das wir vielleicht noch Kinder und Eltern aus der ersten Stunde erreichen und viele Ehemalige, die in den vergangenen 40 Jahren die Kita besucht haben. Gemeinsam wollen wir feiern, von den alten Zeiten sprechen und hören wie es ihnen heute geht.

Alle sind herzlich eingeladen am Sonntag, den 29. August 2004 um 11.00 Uhr zum Familiengottesdienst und anschließend zum offenen Haus bei Spiel und Schmaus in der Kita.

Um besser planen zu können, würden wir uns über eine Anmeldung unter Telefonnummer 772 72 34 freuen.

Am 1. April 1964 feierte die Gemeinde die Einweihung ihrer Kindertagesstätte Petrusheim.

Die Tradition dieser Kita reicht aber bis in das Jahr 1907 zurück. Der damalige Pfarrer Muhs und Frauen des Frauenvereins gründeten damals das erste Kinderheim Ost.

Zuerst war es in der Brauerstraße untergebracht und zog dann 1910 in die Ferdinandstr. 3 um.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Kinderheim geschlossen, weil nicht mehr genügend Kinder kamen. Aber bereits Mitte der 20er Jahre wuchs das Bedürfnis nach einem Kindergarten wieder an.

Am 24. September 1928 wurde der neue Kindergarten und Hort in der verlängerten Parallelstraße auf dem Pfarracker eröffnet. Damals stand das Gemeindehaus noch nicht dort.

Pfarrer Muhs setzte sich dafür ein, dass dieses Haus innen und außen großzügig und mit viel Liebe erbaut wurde. Es wurde nicht gespart und die Räume waren so weit und luftig wie möglich, damit die Kinder, die sonst in engen und lichtlosen Zimmern wohnten, sich wohlfühlten.
Sie nannten den Kindergarten Petrusheim.

Für ein Kind wurde damals 1 Mark pro Woche verlangt, für das Mittagessen noch 75 Pfennig dazu.

Des öfteren kommen heute Besucher zu uns, meistens Männer, die in den Jahren von 1934 und später diesen Kindergarten besucht haben. Sie erzählen anschaulich von dieser Zeit und wie wohl sie sich gefühlt haben, aber auch wie streng es zuging. Schlafen mussten sie, im Sommer auf der Terrasse , obwohl sie nicht müde waren.

Voll Betroffenheit hörte ich dann auch von Männern, dass sie aus dem Hort heraus in den Krieg ziehen mussten.

Eine goldene Tüte mit wenigen Bildern aus jener Zeit und auch aus den 50er Jahren hüte ich wie meinen Schatz. Einige Zeilen von der damaligen Leiterin dazu geschrieben vermitteln die Stimmung und so kann ich unsere Besucher verstehen und noch einige Puzzleteile hinzufügen.

1943 brannte nach Luftangriffen das Petrusheim vollkommen nieder.

Nach dem Kriegsende bezog der Kindergarten provisorisch hergerichtete Räume im Gemeindehaus. Die Jugendarbeit wuchs und hatte keine richtigen Räume, da ihre von dem Kindergarten besetzt waren. 1963 wurde dann in der Gemeinde beschlossen, einen neuen Kindergarten an die alte Stelle zu erbauen.

Am 1. April 1964 war es dann soweit. Der Neubau konnte eingeweiht werden, der nach Vorschlägen des damaligen Kinderpflegeverbandes gestaltet wurde. Der Neubau ermöglichte die Vermehrung der Gruppen. Es wurde ein Raum für Krippenkinder eingerichtet.

40 Jahre ist das her – eine lange Zeit. Wieviele Kinder hatten wir in diesen Jahren in unserem Haus? So an die 1000 werden es gewesen sein. Von ihrem 2. Lebensjahr an kamen sie in den Kindergarten. Wir wechselten ihnen die Windeln und freuten uns mit ihnen, wenn sie diese nicht mehr benötigten. Wieviele Nasen mussten geputzt und wieviele Tränen getrocknet ,und wie oft getröstet werden. Aber die Kinder sollten bei uns auch etwas lernen. Da wurde gebastelt, gemalt, musiziert, Gedichte und Verse gelernt, Ausflüge unternommen und wie es Anfang der 70er Jahre üblich war, mit den Vorschulmappen gearbeitet. Dann kam der Augenblick, da die Kinder in die Schule kamen – auch hier begleiteten wir sie an dem Tag der Einschulung. Auch wir hatten einen Kloß im Hals – sahen, unsere Kinder waren groß.

Doch auch die Eltern begleiteten wir ein Stück auf ihrem Lebensweg. Wir waren für sie da bei Fragen, die ihre Kinder, oder auch die Familie betrafen.

Und dann gab es die Feste, die wir gemeinsam feierten. Es waren Faschingsfeste mit den Eltern, dann mit Eltern und Kindern und auch gemeinsame Sommerfeste. Bei diesen Festen wurden auch immer Aufgaben an die Eltern verteilt.
Ziel war es neue Eltern in bestehende Gruppen zu intergrieren. So lernte man sich bei Rollenspiel und Elternfasching (mit Tanz) kennen. Das war für uns ein Höhepunkt der Elternarbeit. Recht erfolgreich auch, denn Eltern aus Kitazeiten pflegen auch heute noch gute Freundschaften miteinander.

Eltern halfen uns auch bei der Beschaffung von neuem Inventar.
Sie hatten Ideen wie wir zu Geld kommen, um neue Hochebenen einbauen zu können oder den Spielplatz neu gestalten und vieles andere mehr.

Als die Finanzierung durch den Senat unsicher wurde gründeten sie den Verein der Freunde der Petrusheimer und ermöglichten uns den Anbau des Wintergartens.

Reisen gehörte auch schon damals zu unserem Konzept. Zuerst fuhr nur die Hortgruppe, dann die Vorschule und bald darauf fuhren wir lange Jahre mit den altersgemischten Gruppen nach Langendorf in ein Haus, welches Eltern gehörte.

Unser Konzept veränderte sich. Der Bedarf nach Hortplätzen für ältere Kinder sank, statt dessen wurde eine Vorschulgruppe eingerichtet. Die altershomogenen Gruppen wurden zugunsten der Altersmischung (1 3/4 Jahre bis 5 Jahre) aufgelöst. Von der Gruppenarbeit kamen wir zum Konzept der offenen Arbeit. Zwei Jahre lang nahmen wir bei der Internationalen Akademie an der FU an einem Projekt zur Qualitätsentwicklung im Situationsansatz teil und entwickelten dabei unsere Arbeit weiter.

Wir sind damals wie heute eine familien-ergänzende Institution. Für die Kinder ist unsere Kindertagesstätte ein Ort, wo ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.

Eltern und Kindern bieten wir die Möglichkeit, über ihre Familie hinaus, ein Zusammenleben in einer größeren gesellschaftlichen Gruppe kennen zulernen und einzuüben. Wir möchten mithelfen, Chancenungleichheiten auszugleichen. Diese Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren wurde nur durch die sehr engagierten Fachkräfte ermöglicht – dem Team der Kindertagesstätte Petrusheim. Einige sind schon in ihrem wohlverdienten Ruhestand, neue sind dazu gekommen.

Die meisten von ihnen sind neugierig und offen für Neues.

Der Förderverein hat mit den Kolleginnen schon viele Ideen gesammelt. Der Erlös des Festes ist für den Förderverein, der z. B. für ein neues Spielgerät im Garten spart. Um das Fest zu einer runden Sache zu machen. bittet die Kita herzlich um Sachspenden für eine Tombola. Die Spenden können täglich bei den Kita-Mitarbeiterinnen abgegeben werden, oder wir können sie auch bei Ihnen abholen.

Monika Nickel

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