ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Juli/August 2004

16.1.2019

Zum Monatsspruch August

von Susanne Peters-Streu

Wenn das Leben aussichtslos erscheint, wenn die Last einer Krankheit unerträglich drückt, wenn die Geduld am Ende ist, wenn das Stehvermögen in sich zusammensinkt, wenn die Depression keinen Blick in die Zukunft offen lässt – Menschen am Ende ihrer Kraft, am Ende ihres Vermögens, auf der Suche nach Hoffnung.

So ein Mensch, Vater eines kranken Kindes, kommt zu den Jüngern Jesu mit der Bitte, sie mögen den bösen Geist austreiben, der seinen Sohn niederwirft. Und die Jünger, sie können es nicht.

"Jesus, wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns," sagt der Vater.

Auf der Höhe der Erzählung dann der Aufschrei des Vaters: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Was ist das für ein Glaube, der gerade, dass er ausgesprochen ist, schon auf der Strecke bleibt? Glaube, so wenig verlässlich!? Der Glaube ist nicht eine Verfügungsmasse, mit der ich als Mensch hantieren kann, der dann tut, was ich will. Der Glaube lebt in mir in der Spannung von Glauben und Unglauben, von Vertrauen und Verlassenheit, von Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Ich erlebe, wie ich mich ausstrecke nach Glauben, nach Hoffnung, nach Vertrauen, die tragen und Halt geben.

Die Erfahrung der Jünger, sie können nichts tun, sie erleben die eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit angesichts der Not und des Elends dieser Menschen. Wir können das nicht, sagen sie, wir können nicht helfen. Und der Vater ruft: ich glaube, hilf meinem Unglauben. Ich glaube! Das bedeutet: Ich weiß, dass ich es nicht kann, aber du, Herr! Es liegt nicht an meiner Stärke, nicht an meiner Glaubensgewissheit, auch nicht an meiner Schwachheit.

Jesus lädt ein zu einem ganz und gar in Gott ruhenden Glauben, von Liebe und zur Liebe bestimmt.

Pfrn. Susanne Peters-Streu