Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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13.12.2019

Im Glauben gestalten Frauen Zukunft
Weltgebetstag – Frauen aller Konfessionen laden ein

von Renate Kirsch

Weltgebetstag bedeutet:

  • Feier eines ökumenischen Gottesdienstes jeweils am ersten Freitag im März in unzähligen christlichen Gemeinden weltweit;
  • Die Liturgie wird jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes verfasst, in diesem Jahr von Frauen aus Rumänien;
  • Frauen bereiten den Gottesdienst vor und laden die ganze Gemeinde dazu ein.

"Seid gegrüßt und seid willkommen in der Republik Panama – dem Mittelpunkt der Welt, dem Herzen des Universums!"

So begrüßen uns die Frauen des panamenischen Weltgebetstagskomitees in ihrem Land. Ein Blick auf die Landkarte verdeutlicht, was sie meinen: Panama verbindet Kontinente und Meere.

Die Schreiberinnen der Gottesdienstordnung aus Panama verweisen auf die vielfältigen Schönheiten ihres Landes: die Landschaften einschließlich der zahlreichen Inseln, die unglaublich artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Panama – die einen denken dabei an Janoschs Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama", die anderen an den berühmten Panamakanal. Die Verfasserinnen der Weltgebetstagsliturgie stellen uns Panama als den "Mittelpunkt der Welt" und das "Herz des Universums" vor. Das ist nicht als bloße Begrüßungsgeste gemeint, sondern schon der große Simon Bolivar, der von einem geeinten Lateinamerika träumte, wollte für eine mögliche Welthauptstadt das Gebiet von Panama wählen.

Panama lebte, lebt und litt als Brückenland. Es liegt zwischen Mittel- und Südamerika, zwischen Pazifik und Atlantik und verbindet Erdteile und Ozeane seit knapp 100 Jahren durch den Panamakanal miteinander. Schon die spanischen Eroberer suchten ab 1500 eine derartige Verbindung, die Franzosen unter Ferdinand de Lesseps versuchten sich an einem Kanal, den die USA schließlich bauten und ihn mitsamt einer autonomen Zone bis Ende 1999 weidlich nutzten.

Die vielen karibischen Menschen, die am Kanal bauten und zu Tausenden mit anderen Arbeitern daran starben, haben den Schmelztiegel Panama noch bunter gemacht. Heute leben etwa 2,9 Millionen in dem Land, das etwas größer ist als Bayern. Sie sprechen Spanisch oder Englisch oder eine der vielen kleinen Sprachen, die zu den acht Prozent indigener Bevölkerung gehören, die seit der Zeit der Konquistadoren noch übrig sind.

Panama ist ein überwiegend katholisches Land, am Weltgebetstag wirken aber besonders auch viele Protestantinnen unterschiedlicher Prägung mit. Gemeinsam stellen sie sich der Herausforderung: Im Glauben gestalten Frauen Zukunft. Sie erinnern an die ermutigende, aber kaum bekannte Geschichte von den fünf Töchtern des Zelo-fhad (4. Buch Mose), die mit Gottes Hilfe durchsetzen, dass sie das Land ihres Vaters erben dürfen und damit Rechtsgeschichte schreiben. Sie berufen sich auf Maria von Magdala – eine Frau – von Gott so ernst genommen, dass er ihr anvertraut hat, die Zentralbotschaft der Christenheit, die Auferstehung Christi, "unter die Leute zu bringen".

Und sie erinnern mit Paulus daran, dass wir diesen Schatz des Evangeliums nur in zerbrechlichen Gefäßen tragen. Aber so wie Paulus, der sich selbst in seiner Krankheit als ein zerbrechliches Gefäß verstand, sich nicht daran hindern ließ, sein Apostelamt zu erfüllen, so sollen Frauen nicht mehr sagen können, sie seien zu schwach und zu unbedeutend, um als Christinnen Zukunft zu gestalten.
Das Motto des Weltgebetstags ermutigt die Frauen in Panama, auf ihrem erfolgreichen Weg zu mehr Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen weiter zu gehen. Mit Zuversicht laden sie zu ihrem Gottesdienst und zum weltweiten Gebet der Christinnen und Christen aller Konfessionen ein.

Renate Kirsch,
Mitglied des Deutschen Komitees des Weltgebetstages

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