ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.7.2019

Unser diesjähriges Projekt: Südafrika
Bezahlbare Behandlung für alle Aids-Kranken

Brot für die Welt

"Meine Mitschüler lachen mich oft aus und zeigen mit ihren Fingern auf mich, wenn ich sie in der Pause um ein Stück Brot bitte. Einige wissen, dass meine Mama an Aids gestorben ist und wir nun kaum Geld zum Leben haben. Aber sie fragen mich trotzdem, warum ich kein eigenes Brot mitbringen kann."

Joseph ist zwölf Jahre alt. Seine Eltern starben an Aids. Jetzt lebt er bei seiner Tante, die selbst vier Kinder hat und kein hohes Einkommen. Joseph weiß genau, welche großen Probleme seine Tante durch ihn und seine beiden kleineren Geschwister hat. Etwa fünf Millionen Menschen – rund 20 Prozent der Bevölkerung Südafrikas – sind mit dem HI-Virus infiziert; jährlich fallen etwa eine viertel Million Menschen der Krankheit zum Opfer. Bereits jetzt gibt es mehr als 500.000 Waisenkinder, deren Eltern an Aids gestorben sind.

Und die Zahlen steigen weiter alarmierend an. Besonders hoch ist die Infektionsgefahr bei Frauen. Sie sind fast doppelt so stark betroffen wie Männer. Ein Drittel aller Schwangeren ist infiziert. Wegen der schlechten medizinischen Versorgung überträgt jede dritte HIV-infizierte Schwangere die tödliche Immunschwächekrankheit auf ihr Kind.

Die Zahlen sind schockierend, sie sagen aber wenig aus über das tausendfache Leid in den Familien. Denn betroffen ist vor allem die erwerbsfähige Generation, die für den Unterhalt der Familie sorgen muss. Wenn die Eltern sterben, übernehmen meist Großeltern, Verwandte oder Nachbarn die Verantwortung für die Kinder. Doch sie sind damit oft überfordert. So zerstören die Krankheit und der Tod der Eltern auch die Lebensperspektive der Kinder.

Pumeza und Nomandla haben viel gemeinsam: Sie sind jung, hübsch und HIV-positiv. Die beiden Frauen, die beide Kinder im Alter von zwei Jahren haben, gehören zu TAC, der "Treatment Action Campaign".

TAC setzt sich dafür ein, dass die Behandlung von HIV-infizierten Menschen bezahlbar wird. Einen ersten Erfolg hatten sie schon: Der oberste Gerichtshof von Südafrika hat die Regierung dazu verpflichtet, künftig allen schwangeren HIV-positiven Frauen die Behandlung mit dem Medikament Nevirapine zu ermöglichen.

Die meisten Mitglieder der "Treatment Action Campaign" (TAC) sind HIV-positiv. Der bisher größte Erfolg von TAC war im Juli 2002 das Urteil des südafrikanischen Verfassungsgerichts zur Versorgung von HIV-infizierten schwangeren Frauen mit antiretroviralen Medikamenten. Durch dieses Urteil wird die Regierung verpflichtet, Schwangere mit Medikamenten zu versorgen, die die Übertragungswahrscheinlichkeit des Erregers der Immunschwächekrankheit Aids von der Mutter auf das Kind drastisch senken.

TAC will sicherstellen, dass flächendeckend für alle HIV- infizierten Menschen eine bezahlbare Behandlung möglich ist. Die Organisation arbeitet mit vielen Freiwilligen. Bisher gibt es Büros in Kapstadt, Durban und Johannesburg. Jetzt wird die Arbeit auf zwei weitere Provinzen ausgedehnt.

Die "Treatment Action Campaign" bildet Freiwillige aus, die dann in Gemeinden, Schulen und Krankenhäusern Workshops über Prävention, medizinische Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten halten. TAC stärkt das Selbstbewusstsein von Menschen, die das HI-Virus in sich tragen. Viele erfahren zum ersten Mal, dass HIV nicht gleich Aids ist, und dass Aids nicht unmittelbar zum Tod führt. Aber sie erfahren auch, dass es Behandlungsmöglichkeiten gibt, die sie sich in der Regel nicht leisten können. Medikamente, die das geschwächte Immunsystem eines HIV-positiven Menschen stärken.

Diese Arbeit von TAC unterstützt "Brot für die Welt." Wir wollen in diesem Jahr u.a. in den Gottesdiensten der Weihnachtszeit für dieses Projekt von "Brot für die Welt" sammlen.

Sie können Ihre Spende in allen Weihnachtsgottesdiensten in die Kollekte geben – wenn Sie das Geld in einen mit Ihrem Namen und Adresse versehenen Umschlag tun, erhalten Sie eine Spendenquittung von uns – oder direkt überweisen auf das Konto beim Kreiskirchlichen Verwaltungsamt Steglitz Konto-Nr. 77 64 75, EDG Kiel, BLZ 100 602 37
Bitte als Stichwort "Petrus-Giesensdorf, Brot für die Welt" nicht vergessen.