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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > November 2003 |
19.5.2012 |
Und es lässt sich nicht leugnen: Nach einem sonnigen, herrlich warmen Sommer sind die Tage kurz und die Nächte kalt geworden. Gras und Blumen sind verwelkt. Die Gedanken sinken ein in die grauen Novembernebel. Mit diesem dunklen Monat endet auch unser Kirchenjahr mit seinen Gedenktagen; mit den Wegen zum Friedhof durch das nasse Laub mit seinem Fäulnisgeruch. Noch einmal werden die Gräber geschmückt und für den Winter eingedeckt. Abschiedsstimmung, trübe Gedanken steigen in vielen auf; Gedanken an Vergänglichkeit, Tod und Sterben. Wir alle sind endlich, vergänglich. Die Bibel sieht das ganz nüchtern und klar: Wie bei einer Pflanze kommt auch bei uns nach dem Aussäen und Aufgehen, nach dem Wachsen, Blühen und Reifen die Phase des Verwelkens und Absterbens. Was für die Natur gilt, gilt auch für uns Menschen – so hat Gott es eingerichtet. Uns allen blüht der Tod. Aber ist der Tod alles, was uns blüht? "Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit" (Jesaja 40,8). So hat es der Prophet Jesaja vor über 2500 Jahren aufgeschrieben. Ein Wort des Trostes an das nach Babylon verschleppte Volk Israel. Dort an den Strömen Babels saßen sie und weinten, dachten an längst vergangene Zeiten, erinnerten sich voller Sehnsucht an Jerusalem. Und wie immer in der Bibel geht es um die Wende. Von der Knechtschaft in die Freiheit, von der Angst im finsteren Tal zur Geborgenheit, von der Öde des Lebens zur Herrlichkeit Gottes, vom Unheil zum Heil, vom Tod zum Leben. Gott bewahrt uns als die, die wir waren, als die, die wir gewesen sein werden. Das Zerbrechliche und Zerbrochene erhält Anteil an Gottes Fülle. In Gott wird unser Leben, wenn es vergangen ist, geborgen sein. Das ist das Angebot des Wortes Gottes angesichts und gegen den Tod. Uns allen blüht der Tod. Zu unserem Leben gehört er immer dazu. Doch auch wenn wir im Kreislauf der Natur verdorren, wie Gras und Blumen verwelken: Das Wort Gottes bleibt ewiglich. Und deswegen ist es das Leben, das uns selbst im Tod noch blüht. Oder um es mit den Worten des Dichters zu sagen: "Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält." Michael Busch
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