ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.5.2019

Aus dem Gemeindekirchenrat
Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats berichtet

von E-Mail

Mobilfunkanlage in luftiger Höhe

Wer im Oktober aufmerksam an der Petruskirche vorbeigegangen ist, hat bemerkt, dass dort Bauarbeiten im Turm stattfinden. Damit hat es folgende Bewandtnis:
Die Mobilfunkstrecke hat im Bereich Lichterfelde-Ost ein sogenanntes "Funkloch". Deshalb trat O2 mit der Bitte an den GKR heran, im Turm eine Antennenanlage errichten zu können.

Nach eingehender Information über Technik, Auswirkungen und Rendite hat sich der GKR schließlich nach durchaus kontroversen Diskussionen mehrheitlich für die Errichtung der Antennenanlagen entschieden.

Drei Gründe sprachen für diese Anlage:

  1. Der GKR ist mehrheitlich zu der Überzeugung gelangt, dass durch die Antennenanlage derzeit keine erkennbaren gesundheitlichen Schäden verursacht werden. Wird sich diese Einschätzung durch fortschreitenden Erkenntnisstand in der Zukunft ändern, steht der Gemeinde ein sofortiges Kündigungsrecht zu.
  2. Würde die Antenne nicht in luftiger Höhe im Turm der Petruskirche errichtet, würde sie auf einem benachbarten Haus in weitaus geringerer Höhe entstehen. Eine unterstellte Beeinträchtigung der Anwohner wäre dann durchaus größer.
  3. Die derzeitigen Bauzuweisungen für die Petruskirche reichen gerade aus die Instandhaltungskosten abzudecken. Investitionen zur Verbesserung der Behindertensituation in der Kirche lassen sich kaum oder nur über lange Zeiträume von mehreren Jahren finanzieren. Hier hilft uns die Miete die Instandhaltungskosten abzufedern.

Denkmalschutz, Kirchenkreis und Konsistorium haben der Maßnahme zugestimmt ... und deshalb wird jetzt im Turm der Petruskirche gebaut.

Die Zukunft der Kolonie Am Pfarracker / Wienroder Pfad

Sie werden sich erinnern, dass vor etwa vier Jahren die Gemeinde begann, über eine Vermarktung des Kleingartengeländes als Baufläche nachzudenken. Das Fusionskonzept war die Grundlage dieser Überlegungen.

Der Bezirk hat damals eine Veränderungssperre über dieses Gebiet verhängt, die zwischenzeitlich zweimal verlängert worden ist. Die letzte endet im Februar 2004 und ist nicht mehr verlängerbar.

Seit Beginn des Jahres 2003 haben unter Moderation des Baubezirksstadtrats Herrn Stäglin die Beteiligten Parteien (Kleingartenkolonie, Kleingartenverband, Bezirk und Gemeinde) sehr enge, vertrauensvolle Gespräche geführt, um einen für alle beteiligten akzeptablen Kompromiss zu finden.

Dieser steht in absehbarer Zeit mit der Unterschrift aller unter fünf Vertragswerke in Aussicht. Und so sieht die Lösung aus:

  1. Das sogenannte "Engelmann"-Flurstück (war nie Kleingartengelände) bleibt in der Verfügbarkeit der Kirchengemeinde und kann sofort vermarktet werden. Der Erlös dient in erster Linie dazu fällig werdende Entschädigungen und Dienstleistungen (Architekt/Rechtsanwalt) finanzierbar zu machen.
  2. Der Gehweg der anrainenden Straßen ist im Rahmen der Erschließung um rund 1 m zu verbreitern.
    Im Gebietstausch wird dazu das "Straßengrundstück" des Bezirks herangezogen.
  3. Die vorhandene Kleingartenfläche wird bei der 50% Marke geteilt. Der südliche Teil wird bis zum 31.12.2004 geräumt der Kirchengemeinde zur Vermarktung übergeben, ein Teil sogar schon bis zum 31.3. 2004. Die betroffenen Kleingärtner werden durch die Gemeinde voll entschädigt, die Entschädigungshöhe hierzu ermittelt der Verband.
  4. Die nördliche Koloniefläche erhält Bestandsschutz durch neuen privatrechtlichen Pachtvertrag für 30 Jahre.
  5. Die Gemeinde zieht Ihre Widersprüche im Vorbescheidsverfahren gegenüber dem Bezirk zurück. Der Bezirk lässt das geltende Baurecht in seiner Wirksamkeit unangetastet.

Zwischen den beteiligten Parteien besteht Einvernehmen über diese Lösung. Der Gemeindekirchenrat und der Kirchenkreis haben diesem Konzept bereits zugestimmt. Die kirchenaufsichtliche Genehmigung ist beantragt. Die Verträge sind in der Schlussformulierungsphase, denn der Teufel steckt im Detail.

Lassen Sie mich ein ganz persönliches Fazit ziehen:

Die Gespräche waren stets von allen Beteiligten von dem Willen geprägt, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Es gibt keine Gewinner und keine Verlierer. Verloren hätten alle, wenn eine Lösung nicht zustande gekommen wäre. Ohne die bei den Gesprächen herrschende Rücksichtnahme auf den Standpunkt des anderen, ohne das Vertrauen des Wortes des Gegenübers, ohne den gemeinsamen Willen zum Ergebnis zu kommen und auch ohne die Portion Humor, wären die Gespräche gescheitert.

Mein Dankeschön gilt hier an vorderster Stelle Herrn Stäglin für seine ausgleichende Moderation, aber auch Herrn Krüger für seine Kooperation. Das Dankeschön an beide gilt auch stellvertretend an alle anderen Beteiligten, nicht auch zuletzt, die, die der Gemeinde mit Rat zur Seite standen.

Die Kolonie "Am Pfarracker/Wienroder Pfad" wird also – wenn auch verkleinert – weiterbestehen, in unserer Gemeinde: auf gute Nachbarschaft!