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18.7.2019

LUTHER
Kino-Film über den Reformator

von Johanna Haberer

Unter der Regie von Eric Till, der zuletzt mit "Bonhoeffer – Die letzte Stufe" Aufsehen erregte, startet Ende Oktober ein deutscher Spielfilm über Martin Luther in den Kinos.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt das Marketing für diesen besonderen Film, in dem unter anderem Joseph Fiennes, Sir Peter Ustinov, Bruno Ganz und Uwe Ochsenknecht mitwirken.

Unter der Regie von Eric Till, der zuletzt mit "Bonhoeffer – Die letzte Stufe" Aufsehen erregte, startet Ende Oktober ein Film über Martin Luther in den deutschen Kinos. "Wer in den Film geht, erlebt lebendige Geschichte. Was da in packenden Bildern und Dialogen dargestellt wird, das hat die Welt verändert", unterstreicht Robert Mehlhose, Publizistik-Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Bedeutung des Kino-Ereignisses. Der Luther-Film beschreibe, wie manches zu Stande gekommen sei, was uns heute selbstverständlich erscheine und was die Konfessionen nicht mehr trenne. Die Bibel in der Sprache des Volkes sei ein Beispiel dafür, so Mehlhose.

Der Film zeichne die bewegende Geschichte eines Mannes nach, der sich seiner unmittelbaren Verantwortung vor Gott ohne Zwischenschaltung von Ämtern und Institutionen bewusst geworden sei. Daher unterstütze die EKD das Marketing für diesen Luther-Film, betont Mehlhose.

Joseph Fiennes spielt die Titelrolle. Ihm zur Seite steht ein internationales Ensemble mit Alfred Molina als Ablasshändler Tetzel, Bruno Ganz als Luthers väterlicher Mentor und Sir Peter Ustinov in der Rolle des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise. Jonathan Firth, Uwe Ochsenknecht, Mathieu Carrière und Maria Simon sind weitere klangvolle Namen auf der Besetzungsliste der Film-Produktion. Die Dreharbeiten fanden unter anderem auf Burgen und in mittelalterlichen Städten in Thüringen und Franken statt.

Zwar existieren in Deutschland noch Burgen, die Luther seinerzeit aufsuchte, aber sie sind verändert, renoviert oder als Ruinen belassen worden. In der renovierten Wartburg konnten zum Beispiel nicht die historischen Szenen gedreht werden: Die Dachbalken sind pechschwarz, die Wände strahlend weiß. Zu Luthers Zeiten war diese Burg bereits verwohnt und hatte feuchte, schimmelige Wände, abgetretene Stiegen und Fußböden.

Der Film erzählt von Luthers Standhaftigkeit und seinem Mut, mit dem er die mächtigsten Herrscher seiner Zeit herausfordert. Luthers Handeln entfaltet sich dabei vor dem Hintergrund einer Epoche revolutionärer Veränderungen: Das Mittelalter musste der Renaissance weichen, und der unerschütterliche Glaube eines Mannes veränderte die Welt.

Warum Luther?

Seit Jahren wird der Protestantismus in Deutschland in die Krise geredet. Mangelnde Geschlossenheit im Auftritt, mangelnde Eindeutigkeit in der weltanschaulichen und ethischen Bewertung politischer Fragestellungen, Vielstimmigkeit, Komplexität.

Zugleich artikuliert sich die Sehnsucht, in einer globalen Welt die eigene Kultur besser zu begreifen und deren Wurzeln zu betrachten. Denn erst die Sicherheit in der eigenen über Jahrhunderte gewachsenen Kultur ermöglicht das produktive Gespräch mit den anderen.

Wer den Protestantismus verstehen will, muss eine Ahnung von der Bedeutung Martin Luthers haben: Alle protestantischen Stimmen berufen sich auf den geistigen Aufbruch, der durch Martin Luther und die Reformation ausgelöst wurde. Viele Entwicklungen sind in Gang gesetzt worden, die bis heute die europäische, die westliche Zivilisation tragen. Das gilt besonders für die Entwicklung der Nationalstaaten mit ihrer eigenen Sprache, die in Deutschland wesentlich durch Luthers Bibelübersetzung geprägt war.

Martin Luther hat unsere Kultur in den Wurzeln geprägt. Bei ihm treffen wir auf unser eigenes Bewusstsein in der Kulturgeschichte. Das beschränkt sich nicht auf die "protestantischen Kreise", sondern ist eine Aufgabe, der sich katholische und evangelische Christen gemeinsam widmen müssen.

Was kann diese kulturprägende Gestalt Martin Luther also heute bedeuten, wo die abendländische Kultur auf der Suche nach ihren Wurzeln ist?

Der Film "LUTHER" ist ein glänzender Anlass mit der Legende "Luther" so umzugehen, dass man diesen Film zu einem Bildungsereignis und Event macht.

Johanna Haberer

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