Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.9.2019

Wovon lebst du? Was brauchst du zum Leben?
Gedanken zum Erntedankfest

von Susanne Peters-Streu

Ist Ihnen diese Frage schon einmal gestellt worden? Haben Sie sich selbst gefragt: Wovon lebe ich eigentlich? – Von meiner Hände Arbeit? – Von dem, was ich leiste und schaffe? – Von dem, was andere für mich tun? – Von Luft und Liebe?

Sicher nicht nur von materiellen Dingen, aber in keinem Fall ohne sie. Ich brauche Brot und Wasser, Essen und Trinken, das mich am Leben erhält, mich wachsen lässt, mir Kraft gibt. Ich brauche ein Dach über dem Kopf und ein Bett, Kleidung, Bildung und Arbeit. Und ich brauche Menschen, mit denen ich leben kann. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, die nicht jeden Tag in meinem Bewusstsein sind. Und so selbstverständlich sie auch sind, viele müssen sie entbehren.

Greifswalder Wochenmarkt im Oktober 2002 - Foto: Reiner Kolodziej

Wenn der Sommer sich neigt, die Früchte alle gereift und die Felder abgeerntet sind, dann feiern wir das Erntedankfest. Zeit sich an die vielen so selbstverständlichen Dinge im Leben zu erinnern. Zeit sich bewusst zu machen, wovon mein Leben abhängt, wie sehr ich immer wieder alle Tage neu beschenkt werde. In der Stadt merken wir die Abhängigkeit von den Dingen, die nicht in unserer Hand liegen vielleicht manchmal nicht so stark. Im Supermarkt bekomme ich fast immer alles, ganz unabhängig von der Jahreszeit. Unterschiede merke ich allenfalls noch am Preis. Aber in diesem Jahr ist in unser aller Bewusstsein, dass die Trockenheit, die der Sommer beschert hat, vieles nicht hat wachsen lassen. Immer wieder haben die Nachrichten über große Ernteeinbußen berichtet.

"Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand," so dichtet Matthias Claudius. Wir wissen wie wir heute als Menschen das Klima beeinflussen, so dass Wachstum und Gedeihen in Gefahr geraten, aber wir wissen eben auch, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Dass wir zu essen haben, dass es wächst und gedeiht, dass wir versorgt sind, ist alle Mal wieder ein Grund zu Danken. Danken, weil der Dank das Leben reicher macht. Weil, wer dankt, sich freuen kann, über die Dinge von denen er lebt. Weil Dank dem Leben neue Kraft und neuen Mut schenkt. Der Dank hat es manchmal schwer in unser aller Leben, wie sonst hätte sich das Sprichwort: "Undank ist der Welt Lohn" entwickeln können. Undank ist der Welt Lohn klingt bitter. Wenn wir den Undank in unserem Herzen regieren lassen, dann berauben wir uns einer Lebenskraft. Stimmen Sie doch mal wieder ein in das schöne Lied:

  1. Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag.
    Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
  2. Danke für alle guten Freunde, danke, o Herr für jedermann.
    Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.
  3. Danke für meine Arbeitsstelle, danke für jedes kleine Glück.
    Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.
  4. Danke für manche Traurigkeiten, danke für jedes gute Wort.
    Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.
  5. Danke dass ich dein Wort verstehe, danke, dass deinen Geist du gibst.
    Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.
  6. Danke, dein Heil kennt keine Schranken, danke, ich halt mich fest daran.
    Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Ich wünsche Ihnen ein dankbares Herz.

Pfrn. Susanne Peters-Streu

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