ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Oktober 2003

16.1.2019

Was heisst hier deutsh ?
Ein Fotoprojekt

Wir leben mehr oder weniger gemeinsam in dieser Stadt! Wir leben ebenso mehr oder weniger gemeinsam in Deutschland! Viele Menschen haben auch einen deutschen Pass, viele aber auch nicht!

Viele Bewohner Deutschlands und auch Berlins haben ganz unterschiedliche Vorfahren und kulturelle Wurzeln. Gibt es "echte" und "unechte" Deutsche oder gar erster und zweiter Klasse? Als was fühlen sich die Menschen in Deutschland? Als Berliner? Deutsche? Europäer? Weltenbürger? Oder Fremde? Ausländer? Gäste? Asylanten? ... ?

Oft sind auch Kinder und Jugendliche mit dem "Deutschsein" nicht nur in positivem Sinne konfrontiert. Doch wer ist deutsch ? Und was ist deutsch ? Und wem sieht man das "deutsch" an ? Und was sieht man dann? Was zählt wirklich??? Trennungen sind uns genügend bekannt, aber haben wir auch die Gemeinsamkeiten erlernt? Gibt es ein "Deutsch sein" mit Ossi oder Wessi Biographie, mit türkischen und mongolischen oder schlesischen Wurzeln und gemeinsamen deutschem Pass ?

Die gezielte Fragestellung unseres Projekttitels "Was heißt hier deutsh?" ist bewusst mit dem Rechtschreibfehler "deutsh" versehen, entsprechend der teilweise stark verkürzten Sprachweise vieler Jugendlicher. Begriffe wie Integration und Assimilation treffen nicht den Kern und gehen am eigentlichen Problem des Miteinanders gerade von Jugendlichen in einer vielschichtigen und multikulturellen Gesellschaft vorbei.

Wer abgesehen von seiner jugendlichen Entwicklungsphase nicht weiß wer er selbst ist, woher er kommt oder wohin er geht, kann sich nur schwer einem anderen annähren, der auch nicht weiß, wer er ist und woher er kommt. Der Anspruch der Gesellschaft stößt an die eigenen Grenzen bei der Suche nach einer objektiven, für alle gültigen, verständlichen und lebbaren Antwort auf die Frage: Was ist deutsch?. Denn nicht überall wo deutsch draufsteht ist auch deutsch drin und was scheinbar fremd wirkt, ist manchmal sehr deutsch.

Dudenzitate helfen bei der Suche nach einem pragmatischen Miteinander nur bedingt weiter. Solche Zitate und Definitionen werden oft nicht verstanden oder auch bewusst missverstanden. Daher setzen wir bei unserem Projekt an dieser Stelle den verbindenden Begriff der "Bevölkerung", statt der Begriffe "Volk" oder "Nation".

Dadurch ist es nun erlaubt, das eigene Selbstverständnis der eigenen, teilweise sehr vagen Vorstellung von Herkunft in den Kontext der anderen Identitäten und der Begrifflichkeit der "Bevölkerung" einzubringen, ohne durch die eigene Andersartigkeit und Herkunft ausgegrenzt zu sein. Nun bereichert jede Andersartigkeit das Gesamtbild, hier ist keine Angleichung oder Unterordnung mehr gefordert, somit wird die erstgelernte Haltung der Ausgrenzung auf Nationalitätsbasis gewollt aufgehoben. Das Deutschsein ist nur noch ein Teil einer neuen Fragestellung.

Jetzt können wir uns weniger belastet den wichtigen Themen zuwenden, die für alle Angesprochenen gleich gelten: Wer bist Du? Wo kommst du her? Wo kommen Deine Wurzeln her ? Was macht Deine individuelle Herkunft aus ? Was bringst Du mit ?...
Wie sieht sie nun aus die deutsche Bevölkerung? Wie viel Verschiedenes gehört dazu? Wie drückt sich ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl aus und wo liegt die gemeinsame Zukunft ohne Ausgrenzung und Fremdenangst?

Wir sind gespannt, ob sich auf den Fotos darstellen lässt? Viele Fotos werden zu einer Ausstellung. Viele Unterschiede zeigen die Vielfalt der Bevölkerung. Diese Vielfalt soll unsere Fotoausstellung darstellen! Eine Gruppe wird den Fragen fotografisch nachgehen und die Ergebnisse als Wanderausstellung präsentieren.

Unsere Erfahrungen mit früheren Projektthemen wie "Respect" einem Filmprojekt und "Stolz" einer Aktion mit Fotodokumentation werden den ersten Ansatzpunkt bilden.

Das Fotoprojekt "Was heißt hier deutsh ?" soll durch zwei Workshops / Seminare zur Vertiefung des Themas begleitet werden:

Im Dezember folgt die große Präsentation und das Projekt wird hoffentlich in 2004 weitergeführt werden.

Sollten Sie an weiteren Informationen interessiert sein, so melden Sie sich bei uns. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und offen für alle.
Für die beteiligten Einrichtungen in Lichterfelde Süd

Constantin T. Huth
Tel.: 772 50 19 Mo, Mi, u. Do Fr 16.00-21.00
Bus Stop (e.V.) / Gemeindezentrum der ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf
Jugendfreizeitheim Osdorferstrasse / BA Steglitz-Zehlendorf
Jugendwerkstatt Ostpreussendamm / BA Steglitz-Zehlendorf
Kinder –und Jugendhaus
HOLZKIRCHE / Holzkirche e.V.
Mädchentreff Bella / Holzkirche e.V.