Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.11.2019

Pfingsten: Gottes Geist bewegt Menschen

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Pfingsten, das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes, wie es genannt wird, wirkt für viele Menschen fremd. Und Pfingsten sperrt sich gegen die Einordnung ins Profane, ins Allgemein-menschliche.

Weihnachten kann als Fest der Kinder und der Familie gefeiert werden. Ostern als Fest des Frühlingserwachens und des Lebens.

Aber Pfingsten? Pfingsten lässt sich nicht aus dem Kreislauf der Natur oder aus dem Gang der Geschichte ableiten.

Es ist nicht leicht, kurz und knapp auszudrücken, was Pfingsten eigentlich bedeutet, und auf die Frage nach dem eigentlichen Sinn dieses Festes lassen sich einige Antworten geben, die aber dennoch in die gleiche Richtung weisen: Fest des Heiligen Geistes, Geburtsfest der Kirche, Zungenreden, Apostelpredigt und -wunder. All dies sind Elemente, die Sinn und Inhalt des Pfingstfestes beschreiben sollen.

Ursprünglich ist Pfingsten ein jüdisches Erntefest, das in der Hebräischen Bibel "Wochenfest" (2. Mose 34,22) oder "Fest der Erstlinge" genannt wird. Der Name "Pfingsten" geht auf einen griechischen Ausdruck (Pentecoste) zurück und bezeichnet den fünfzigsten Tag nach Ostern.

Merkwürdige Dinge geschehen beim Pfingstfest der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem. Lukas berichtet davon in seiner Apostelgeschichte.

Da ist von einem "Brausen vom Himmel" und von Feuerzungen die Rede und davon, daß alle vom Heiligen Geist erfüllt wurden und anfingen in verschiedenen Sprachen zu reden. Die Verwunderung über diese Ereignisse war bereits damals in Jerusalem so groß, daß sie Anlaß zu allerlei Spekulationen gab.

Von völliger Ratlosigkeit bis hin zu der Vermutung, hier hätten einige der Versammelten zu stark dem Wein zugesprochen, reichten die Einschätzungen der damaligen Ereignisse.

Petrus, der bei den Pfingstereignissen in Jerusalem eine nicht unwesentliche Rolle spielt, erinnert an den Propheten Joel und dessen Ankündigung, dass Gott in den letzten Tagen seinen Geist auf die gesamte Menschheit ausgießen werde und hierbei große Wunder geschahen. Petrus sieht diese Ankündigung durch die Kreuzigung und Auferstehung Jesu als jetzt geschehen und vollendet an.

Am gleichen Tag, als in Jerusalem diese merkwürdigen Ereignisse geschehen sind, ließen sich 3000 Menschen taufen. Das ist der Anfang der weltweiten Kirche.

Die Entstehung der Kirche, die an Pfingsten gefeiert wird, ist eng und untrennbar verbunden mit dem Leben und Namen des Jesus von Nazareth, mit dessen Tod und Auferstehung.

Die Pfingstgeschichte spricht von einer Gotteserfahrung. Es ist die Erfahrung des Geistes, der auf Menschen kommt und sie zu einer neuen Gemeinschaft miteinander bringt. In dieser Erfahrung fühlen sich Menschen mit neuen Kräften erfüllt und zu einem neuen Lebensstil ermutigt.

Darum haben sie diesen Geist den schöpferischen, den lebendigmachenden, kurz den Heiligen Geist genannt.

Der Heilige Geist, der im Mittelpunkt des Pfingstfestes steht, ist die erneuernde, umgestaltende, verwandelnde Kraft Gotttes, die von Jesus Christus ausgeht, durch alle Zeiten weiterwirkt, Gottes Wort für unsere Zeit und unser Leben aktualisiert und in die Nachfolge ruft.

Denn Pfingsten kann anders als Weihnachten und Ostern nicht ohne uns stattfinden. Es ist die Geburt Jesu, nicht unsere, derer wir zu Weihnachten gedenken. Das leere Grab war Jesu leeres Grab – Ereignisse, die sich ohne die Jünger und ohne uns abspielen können. Pfingsten aber ist ein Ereignis, in das wir einbezogen sind, für das wir beansprucht werden. Pfingsten ist ein Geschehen, das sich nicht ereignet, ohne dass es sich an uns ereignet. Pfingsten findet an uns, mit uns – oder überhaupt nicht statt. Und Pfingsten findet heute dann statt, wenn Überforderte und Resignierte zwischen Glauben und Zweifeln doch immer wieder zusammenkommen, ihre Trostbedürftigkeit eingestehen und auf Neubeginn durch Gottes tröstenden und verändernden Geist hoffen.

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen Ihr

Pfarrer Michael Busch

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