ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.3.2019

Mein Abendmahl
Zwei Leserbeiträge zur Umfrage: Wie halten Sie's mit Brot und Wein?

Am Gründonnerstag 1934 fand für uns Konfirmanden, die wir Palmsonntag zuvor eingesegnet worden waren, ein erster Abendmahlsgottesdienst statt. Ich – damals 14 Jahre alt – erinnere mich noch heute, wie tief mich der Gang zum Altar, die Gabe von Brot und Wein, die ganz persönliche Ansprache durch den Pastor "Christi Leib, für dich gegeben, Christi Blut, für dich vergossen" und der Segen berührt haben. Ich weiß noch, dass mir die Tränen kamen und ich bestrebt war, es zu verbergen.

In abgeschwächter Form, doch immer noch zutiefst beteiligt erlebte ich später jede Abendmahlsfeier – und werde hoffentlich noch weitere erleben. Über die "Wandlung" habe ich mir nie Gedanken gemacht, d. h. ich sah sie als rein geistigen Akt, was zwischen mir und meinen katholischen Freunden nie zum Streitobjekt werden könnte, da meines Erachtens jeder das mit sich selber abmachen sollte. Das Wesentliche ist doch: Was gibt uns das Abendmahl?

Für mich fängt das mit der Gemeinschaft der Glaubensbrüder und –schwestern an, wobei ich es nett finde, wenn man sich abschließend die Hände reicht. Dann ist es die Kraft, die uns aus Jesu Leiden und Sterben für das Gute in der Welt erwächst – und nicht zuletzt, dass wir auf seinen tröstenden Beistand im Tode hoffen dürfen.

Rotraud Hansen, Lichterfelder Ring

Ganz persönlich "geschieht" für mich in der Abendmahlsfeier: Vergebung in der persönlichen Begegnung mit meinem auferstandenen Herrn; Gemeinschaft mit den Mitfeiernden.

Beides nicht immer und zuverlässig. Dieses "Geschehen" ist etwas anderes als der morgendliche Neubeginn mit Jesus in der Stillen Zeit, ist etwas anderes als "Gemeinschaft erleben" im Gottesdienst, gemeindlichen Veranstaltungen oder auch in der Zusammenarbeit und im Zusammensein mit Gemeindegliedern. Die Abendmahlfeier verbindet mich mit allen Menschen, die an Jesus Christus glauben. Das erlebe ich nicht in "Gedächtnisfeiern", besonders an Kirchentagen, bei denen richtig getafelt wird. Im Erleben hat auch hier der Aspekt "Gemeinschaft" eine weniger geistliche Bedeutung für mich. Dabei weiß ich um die neutestamentliche Überlieferung.

Das beantwortet schon ein wenig die Frage nach dem "Wie" des Feierns. Das Abendmahl im Gottesdienst oder der Messe bedarf immer einer festen Liturgie. Es ist ein im Glaubensleben notwendiges Ritual. Für mich das wichtigste. Meine Frau liest mir zum Einschlafen immer Luthers Abendsegen. Das ist auch ein Ritual. Aber einfach ganz anders.

Michael Fleischer, Achenseeweg

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