ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Holzkirche Gemeindezentrum Celsiusstraße Gemeindehaus Ostpreußendamm
Petruskirche Gemeindehaus Parallelstraße Dorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Mai 2003

20.1.2019

Rückblicke

zum Seitenanfang

Liebe Freunde sind von uns gegangen
von E-Mail

In der Karwoche haben wir gleich vier Freunde verloren, die, jeder für sich, eine besondere Beziehung zu unserer Gemeinde hatten.

Helgard Schäfer
war viele Jahre in unserer Gemeinde ehrenamtlich tätig. Sie arbeitete in der "Offenen Kirche". Auch nach Wegzug und Umgemeindung blieb sie uns treu und half tatkräftig bei vielen Maifesten. Als Mitglied im Förderverein unterstützte sie auch die Kulturbeit. Sie starb am 14. April nach kurzer, schwerer Krankheit.

Renate Herbst-Sturm,
viele Jahre Mitglied unserer Kulturgruppe und Künstlerin mit zahlreichen Ausstellungen in der Petruskirche, ist am 16. April nach langer schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren gestorben.

Helga Ramm
war früher Küsterin in der Petrus-Gemeinde und danach viele Jahre in der Altenarbeit tätig. Sie leitete die damalige Altentagesstätte (jetzt 60 plus) und den Handarbeitskreis. Ihre Fahrdienste wussten die Senioren sehr zu schätzen. Am 17. April verstarb sie nach kurzer, schwerer Krankheit.

Werner Wilke,
ein Kulturfreund und regelmäßiger Besucher der "Offenen Kirche" ist am Samstag, dem 18. April einem erneuten Schlaganfall erlegen. Wir bewunderten seine Kraft und den Willen, der ihm half, nach zwei schweren Schlaganfällen jedesmal mit enormen Mut sein Leben neu zu meistern.

zum Seitenanfang

Rückblick auf den Frühlingsmarkt am 5. April
von Heike Brade

Am 5. April fand unser diesjähriger Frühlingsmarkt am Ostpreußendamm statt. Da das Wetter leider nicht ganz mitspielte, hatten einige Verkäufer es sich anders überlegt und kamen nicht. Es wurde im Saal und auf dem Gelände getrödelt. An diesem Tag war mal wieder überall etwas los, so dass der große Ansturm ausblieb.

Die Bella-Mädchen gaben sich große Mühe, verkauften Hamburger, Hot Dogs, Waffeln und vieles mehr. Der Erlös aus Kaffee, Kuchen, Getränke und Standmiete abzüglich der Kosten betrug für Bella 98,40 Euro und 200 Euro für die Altenarbeit.

Herzlichen Dank an die Damen der Bastelgruppe, die wieder einmal herrlichen Kuchen backten und die zahlreichen Helfer, die mir tatkräftig beim Auf- und Abbau und beim Kuchenverkauf geholfen haben.
Ohne eure Hilfe wäre der Basar nicht möglich. DANKE!!

zum Seitenanfang

Unsere Vogtlandfahrt – Ein Reisebericht
von Dr. Werner Wagner

Sie ist zwar schon eine Weile her, die Gemeindefahrt ins Vogtland mit unserem Pfarrer i.R. Dr. Neumann und Herrn Leitmeier. Dieser Landstrich, versteckt gelegen zwischen Sachsen, Thüringen, Bayern und Böhmen ist eine Mittelgebirgsregion an der Grenze zu Tschechien.

Am Donnerstag, dem 24.10.2002, fuhren wir los. Vorbei an Dresden verließen wir bei Chemnitz die Autobahn und besichtigten die alte Silberbergbaustadt Schneeberg. Ihre Silberminen ermöglichten im 15. Jahrhundert den wirtschaftlichen Aufstieg Sachsens. Aus der Blütezeit der Stadt stammen die barocken Bürgerhäuser, die heute zum großen Teil renoviert sind. In der spätgotischen Stadtkirche St. Wolfgang findet man einen Flügelaltar von Lukas Cranach d. Ä.. Nach dem Fall der Mauer und der Einstellung der Bergbauindustrie fördert man die bergmännische Volkskunst des Schnitzens und Klöppeln durch entsprechende Lehrgänge. Die Auslagen rund um den Marktplatz sind übervoll von Weihnachtspyramiden, lichtertragenden Engeln und kunstvollen Spitzen.

Über Wernesgrün, überall bekannt durch seine Brauerei, erreichten wir am späten Nachmittag unseren Zielort Falkenstein mit dem gleichnamigen Hotel. Nach der Ankunft führte uns der Hausherr persönlich durch das Zentrum der Stadt. Dabei erfuhren wir, dass die Stadt 1859 nach einer schrecklichen Feuersbrunst schachbrettartig neu erstanden ist. Eine traurige Berühmtheit erlangte der Ort, als sich ein Pfarrer in DDR-Zeiten während des Gottesdienstes bei geschlossener Kirche am Altar selbst verbrannte. Abends zeigte uns der Hoteldirektor anhand vieler Bilder, was uns in der Region erwartete.

Am folgenden Tag fuhren wir mit einem einheimischen Reiseführer ins Egerland mit dem Ziel Karlsbad. Auf der Fahrt streiften wir die Bäder Brambach und Elster, ehe wir bei Schönberg die tschechische Grenze erreichten. Kurz vor Mittag trafen wir in Karlsbad ein, welches seit dem 14. Jahrhundert als Warmbad erwähnt wird. Sein Namenspatron ist Kaiser Karl IV. Die Temperatur der Quellen liegt zwischen 44 und 72°C. Die Hauptquelle ist der 72°C heiße Sprudel, der stoßweise wie ein Geysir aus dem Erdinnern hervorstößt. Das historische Zentrum liegt in einem engen Tal entlang der Tepla. Dort reihen sich die Badehäuser, Kurhäuser und Hotels aneinander. Von der Talsohle führen Seilbahnen und Waldpromenaden auf die Höhen rund um Karlsbad. Noch erweckt der jahrzehntelang dahinschleichende Verfall der einstmals pompösen Fassaden einen maroden Eindruck.

Nachmittags fuhren wir dann ins weniger bekannte Franzensbad. Sein Name geht zurück auf Kaiser Franz II., als Kurort ist es seit 1791 bekannt. Insgesamt wirkt dieser eben gelegene Kurort mit seinem weitläufigen Kurpark und dem frischen gelb-weißen Anstrich seiner Kur- und Badehäuser weitaus gepflegter und erholsamer für das Auge. Früher wurden diese Farben oft verwendet, denn sie waren die Lieblingsfarben der Kaiserin Maria Theresia. Und wer abends noch Lust hatte, traf sich in der Sauna oder in der Hotelbar. Aber die meisten waren nach der Fahrt doch müde, und so verzogen sich viele in ihre Zimmer.


Das Denkmal des Geigenmachers vor dem Musik-instrumenten-Museum ist zum Wahrzeichen der Musikstadt Markneukirchen im Herzen des Musikwinkels von Deutschland geworden.

Samstags besichtigten wir zunächst in Hammerbrück die Spitzenstickerei Meinel. Der sogar zu DDR-Zeiten in Familienhand geführte Betrieb stellt sich nach Einführung der Computertechnik als wettbewerbsfähiges Unternehmen dar. Später besuchten wir dann Deutschlands einziges Raumfahrtmuseum in Morgenröthe-Rautenkranz. Sein Wahrzeichen, eine russische MIG 21, steht auf dem Vorplatz. Auf engstem Raum dokumentiert das äußerlich unscheinbare Museum nahezu lückenlos die Entwicklung der Raumfahrt.

Danach ging es weiter über Mühlleiten und Klingenthal nach Markneukirchen, welches wir am frühen Nachmittag erreichten. Neben einem umfangreichen Musikinstrumentenmuseum findet man hier auch Schauwerkstätten, in der die Herstellung der Instrumente anschaulich gezeigt wird. Seit dem 17. Jahrhundert, als sich aus Böhmen flüchtende Geigenbauer hier niederließen, wurden erst Geigen, später Holz– und Blechblasinstrumente und zuletzt Mundharmonikas und Akkordeons gefertigt. Später trafen sich alle zu einem vergnüglichen Vogtlandabend, wo mundartliche Redensarten viele Lacher hervorriefen.

Waren wir bislang trotz aller schlechten Meldungen vom Regen verschont geblieben, zwang uns am Sonntag ein Dauerregen das Programm zu kürzen, sodass wir die Göltzschtalbrücke ohne großen Umweg besuchten. Vor nahezu 150 Jahren baute man hier die einzige Ziegelsteineisenbahnbrücke der Welt. Sie ist so konstruiert, dass ihre Maße während der Jahreszeiten weitgehend konstant bleiben. Noch heute rollen Züge über das 576 m lange und 78 m hohe Bauwerk. Leider hat sie in letzter Zeit den zweifelhaften Ruhm einer Selbstmörderbrücke erlangt. Mit vielen neuen Eindrücken ging es dann wieder zurück nach Berlin. Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt im Oktober 2003.