ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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22.7.2019

6.2.1993: Erste Mahnwache vor der Petruskirche

von Anne Goerke

Am 3.11.1992 fasste der Gemeindekirchenrat (GKR) der Petrusgemeinde einen Beschluss mit folgendem Inhalt: "Die täglichen Nachrichten von Ausschreitungen gegen Flüchtlinge und Ausländer sowie die Duldung und sogar der Beifall vieler "braver" Bürger beängstigen und beunruhigen uns zutiefst. Wir mißbilligen dies aufs Schärfste. Wir fühlen uns dem Gebot Gottes verpflichtet:
Wie ein Einheimischer aus eurer Mitte soll der Fremde gelten, der bei euch wohnt. Ich bin der Herr, euer Gott. (3. Mose 19,34 )
Wir werden jeder Form von Gewalt in unserem Einflussbereich entgegentreten ......."

Mitglieder des GKRs, der Kurzandachtsgruppe und sonstig Interessierte überlegten daraufhin, was zu tun sei. Neben besonderen Gottesdiensten zum Thema und Beteiligungen an Aktionen anderer Gruppen fiel die Entscheidung, einmal im Monat eine Mahnwache zu halten. Von Anfang an war es für uns die ganze Bandbreite der Gewalt, die Menschen angetan wird, ob aus rassistischen, religiösen, staatsegoistischen und sonstigen Gründen, auf die wir mit der Mahnwache aufmerksam machen wollten. Denn Jesu Aufforderung Nehmet einander an gilt für alle Menschen, egal welcher Religion, Kultur oder Weltanschauung! Darum fand die Mahnwache auch von Anfang an im Anschluss an eine schon viele Jahre stattfindende Kurzandacht (samstags zur Marktzeit) statt.

Unsere Gemeinde stellte jeweils zu Beginn der Jahre 1993–97 den erforderlichen Antrag auf staatliche Genehmigung einer Mahnwache, bis wir sie im Januar 1998 vorerst beendeten. Nicht weil die Welt oder unser Land gewaltfreier geworden wären, sondern weil mehrere der regelmäßig teilnehmenden Gemeindeglieder weggezogen waren, eine Mitbegründerin verstorben war, beziehungsweise andere einfach "mahnmüde" geworden waren.

Nach knapp 3 Jahren Pause mehrten sich die Stimmen, die zur Wiederaufnahme rieten.
Und so begannen wir am 6.1.2001 von neuem an jedem 1. Samstag im Monat von 11.00 - 11.30 Uhr vor der Petruskirche, mit Einladung zur vorherigen Kurzandacht in der Petruskirche von 10.30 - 11.00 Uhr. Das neu geschriebene Transparent trug nach einigen Überlegungen den gleichen Text wie in den ersten 5 Jahren:

LEBEN ACHTEN – GEWALT ÄCHTEN – NEHMET EINANDER AN

Wieder gilt unsere Mahnwache all den Menschen, die darunter leiden müssen (bis hin zum gewaltsamen Tod), dass Einzelne, Gruppen, staatliche Einrichtungen, oder Staatsführungen geltende Menschenrechte verletzen und sich damit aus unserer christlichen Sicht über Gottes Gebot hinwegsetzen. Dazu gehört auch, wie jetzt gerade bedrückend aktuell, unsere Absage an jede Form von Krieg, weil damit das Töten vieler Menschen als notwendiges Übel in Kauf genommen wird.

Sicher ist es nicht immer einfach, im eigenen Kiez Farbe zu bekennen, wie kürzlich eine Teilnehmerin sagte; doch es macht Mut, mit anderen gemeinsam etwas zu tun, hoffend, Sie damit zu ermutigen, sich auch einzusetzen.

Darum machen wir auch im 11. Jahr weiter!

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