Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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6.12.2019

Sitten und Gebräuche im Fläming

von Liselotte Studinger

Jetzt befinden wir uns mitten in der Faschingszeit, und da erinnere ich mich an die Sitten und Gebräuche im Fläming, die ich in meiner Kindheit in Dahme i. d. Mark kennen lernte und die auch heute noch unvergessen dort gepflegt werden.

Zum Beispiel der "Zemper-Donnerstag" ein Donnerstag in der Faschingszeit:
Die Kinder gingen in der Dämmerung mit bunten Laternen versehen und einem langen Stock zum Aufhängen der Geschenke von Haus zu Haus. Klopften unüberhörbar an die Haustür und sangen:

Zemper, Zemper Donnerstag,
Morgen ist der Freitag,
Oben in der Färschte
Hängen die langen Wärschte.
Geben Sie uns die langen,
Lassen Sie die kurzen hangen,
Geben Sie uns ein Stückchen Speck,
Damit geh’n wir weiter weg.
(Pause)
Ich bin der kleine König
Gebt mir nicht zu wenig.
Lasst mich nicht zu lange steh’n,
Ich will noch weiter zempern geh’n.

Die Hausfrau konnte dem Gesang und der Bitte nicht lange widerstehen und holte aus der Räucherkammer eine entsprechende Wurst und hängte sie an den mitgebrachten Stock der Kinder.
Meist waren auch schon die Eiserkuchen gebacken, die dann noch dazu kamen. Eiserkuchen wurden in einem großen Waffeleisen gebacken und sobald sie fertig und noch heiß und weich waren, schnell zu einem Rohr zusammengerollt. Diese Röhre war aus diesem Grunde erforderlich, um sie besser transportieren zu können, sie wurde einfach auf den mitgebrachten Stock geschoben.

Dann ging’s zum nächsten Haus ...

Liselotte Studinger

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