ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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23.3.2019

Weltgebetstag
Frauen aller Konfessionen laden ein

von Renate Kirsch

Heiliger Geist, erfülle uns

Freitag 7. März 2003, 16.00 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer Gemeinde
Sondeshauser Straße 50 / Ecke Geraerstraße

Weltgebetstag bedeutet:

  • Feier eines ökumenischen Gottesdienstes jeweils am ersten Freitag im März in unzähligen christlichen Gemeinden weltweit;
  • Die Liturgie wird jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes verfasst, in diesem Jahr von Frauen aus Libanon;
  • Frauen bereiten den Gottesdienst vor und laden die ganze Gemeinde dazu ein.

In der Gemeinde Petrus-Giesensdorf wird im 23. Februar, um 11.00 Uhr im Rahmen des Familiengottedienstes das diesjährige Weltgebetstagsthema eine Rolle spielen.

Ahlan wa sahlan – willkommen im Libanon.

Diese Begrüßungsworte drücken libanesische Gastfreundschaft aus. BesucherInnen werden dazu eingeladen, sich niederzulassen und sich wie ein Familienmitglied zu fühlen. Ein Gruß, der Sehnsucht und Hoffnung ausdrückt, denn Libanon, biblisches Land der Zedern und das kleinste Land im Nahen Osten, hat Bürgerkriegs- und Besatzungszeiten hinter sich.

Wie die Wünsche der libanesischen Frauen für die Zukunft lauten und auf welch reiche und schwierige Geschichte die Menschen im Libanon zurückschauen, davon erzählt die Gottesdienstordnung der Frauen des Libanesischen Weltgebetstagskomitees.

Libanon. Was wissen wir vom heutigen Libanon? In der Regel wenig. Dieses kleine Land am östlichen Mittelmeer, halb so groß wie Hessen, kennen Christinnen allenfalls aus der Bibel. Sie erwähnt den Libanon 75-mal und rühmt ihn als ein Land aus Gottes Hand voller Duft und Schönheit und vor allem als Heimat der Zedern, Sinnbild für Gottes Schöpferkraft und Güte. Die Verfasserinnen der Weltgebetstagsordnung möchten an diese große Tradition des Libanon anknüpfen, sie erinnern daran, dass sie in einem Teil des Heiligen Landes wohnen: Auf den Straßen ihrer Städte Tyrus und Sidon ist auch Jesus gegangen, und die Hochzeit in Kana, auf der Maria Jesus zum Weinwunder drängt, hat sie sich nicht im libanesischen Kana abgespielt?

Die Christinnen im Libanon wissen, dass sie diese biblische Rückkoppelung brauchen, um Kraft zu haben, vom heutigen Leben in ihrem Land zu sprechen. Die Zedern sind rar geworden im Libanon, und die Zeichen für Lebensfülle aus Gott werden nur die Glaubenden erkennen mit der Kraft des Heiligen Geistes. Heiliger Geist, erfülle uns, ist der Titel, ist die Bitte, ist der Schrei, der die ganze Liturgie durchzieht.

Libanon mit seinen vier Millionen Einwohnern und 18 anerkannten Religionsgemeinschaften – knapp 40 Prozent davon christlich, die anderen überwiegend moslemisch in unterschiedlichen Konfessionen – wurde von 1975-1989/90 von einem politisch-religiösen Bürgerkrieg erschüttert, der noch immer traumatisierend nachwirkt. Die Wunden heilen nur langsam, die hoffnungslosen wirtschaftlichen Verhältnisse treiben viele zur Auswanderung, vor allem die Jugend.

Die geografische Lage zwischen Israel und Syrien tut ein Übriges, die Situation instabil zu halten. Das Problem der vielen palästinensischen Flüchtlinge in elenden Lagern sorgt immer wieder für Spannungen, die den Staat in den Nahost-Konflikt hineinziehen, obwohl er dies vermeiden will.
Die Beterinnen aus dem Libanon, die als Frauen und Mütter Elend und Tod in ihrem Land reichlich erfahren haben, geben dennoch nicht auf. Sie suchen nach den Spuren des Heiligen Geistes, erbitten die Kraft von Pfingsten und den Mut der jungen schwangeren Maria und glauben an die Früchte des Geistes Gottes, glauben an Liebe, Freude und Friede. Das ist ihre Botschaft an die weltweite christliche Ökumene, mit der sie sich am 7. März 2003 singend und betend verbunden fühlen.

Renate Kirsch
Mitglied des Deutschen Komitees des Weltgebetstages