ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Dezember 2002

27.5.2019

Zum Monatsspruch Dezember

von Lutz Poetter

Liebe Gemeinde,

wie könnte es Weihnachten werden ohne die Visionen dieses großen Trösters? Der Prophet Jesaja ist in christlicher Erfahrung untrennbar mit der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus verbunden. "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter...." Dabei dürfte der Prophet so ziemlich der einzige gewesen sein, der einen Lichtschein erblicken konnte in der realen Dunkelheit, welche das Großreich Assyrien über das kleine Doppelreich der Juden brachte. Seine Zeitgenossen empfanden Jesajas Heilsprophetie als blanken Hohn auf das reale Elend: "Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn." Ein würdiger König, ein wahrer Nachkomme Davids für das Volk Gottes, "auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit."

Und auf einmal wird klar, warum dieser Jesus von Nazareth ausgerechnet in Bethlehem, der Stadt Davids zur Welt kommen musste – im Stall, nicht im Hause der Eltern in der Heimatstadt, was vor allem für die Mutter Maria sehr viel bequemer gewesen wäre. Dieser Jesus aber ist der neugeborene König, auf ihm ruht der Geist Gottes, das singen die Engel im Himmel, die Magier aus dem Orient sehen seinen Stern und machen sich auf den Weg.

Advent heißt Ankunft. Es kommt dieser Davidssohn Jesus. Die Stolzen, Reichen, Selbstbewussten sind ratlos. Jesus von Nazareth ist und bleibt ihnen ein Rätsel, vielen sogar ein Ärgernis. Die Verzagten aber, die Furchtsamen und Trostsuchenden dürfen aufatmen: "Seht, da ist euer Gott!"

Das ist Advent 2002 – nicht mehr und nicht weniger: Gott ist in diesem Kind. Unglaublich – und doch wahr. Lasst es uns wahrhaben für uns selbst und weitersagen.

Lutz Poetter