Der 8. Mai 1945 und unsere Zeit
Initiative KZ Außenlager Lichterfelde
von Klaus Leutner
Der Schüler des Oberstufenzentrums für Bürowirtschaft in Steglitz-Zehlendorf Tobias Erle, hat es in seiner Rede anlässlich des 8. Mai diesen Jahres vor der "Säule der Gefangenen" in der Wismarer Straße auf den Punkt gebracht.
Durch Verdrängen dessen, was zur Niederlage Hitlerdeutschlands geführt hat, nämlich bedenkenloses Mitmachen eines großen Teils der deutschen Bevölkerung mit den Nazis, ist der 8. Mai 1945 in seiner Sinngebung für uns (West)-Deutsche fast völlig in Vergessenheit geraten. So sei darum noch einmal erinnert, dass an diesem Tag der blutigste aller Kriege, von Deutschland geplant und auch ausgegegangen, für die Völker der Welt mit der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands zu Ende war. Ein Freudentag schon deshalb! Nachdenklich muß uns nur stimmen, dass wir es nicht vermocht haben, uns von einer als falsch erkannten Diktatur selbst zu befreien. Entweder kamen deutsche Versuche, sich dessen zu entledigen, zu spät oder sie hatten keine Breitenwirkung.
Dankbar sollten wir der millionenfachen Soldatenopfer der Alliierten gedenken. Sie haben durch die Hingabe ihres Lebens es ermöglicht, uns unser heutiges Leben mit all seinen Ecken und Kanten so zu gestalten, wie wir es wollen und nicht als Herrenmenschen uns über andere Völker zu erheben. Wir sollten in dem europäischen Haus nicht hochmütig sein. Gleiche unter Gleichen, das sollte unser Trachten sein. Dies zu verdeutlichen, unseren Dank den heute mit uns freundschaftlich verbundenen Völkern der damaligen Antihitlerkoalition auszudrücken, sollte gerade an diesem Denkmal jedes Jahr am 8. Mai von Steglitz-Zehlendorfer Bürgern gegen die Ewiggestrigen demokratische, ehrenvolle Pflicht sein.
Der 8. Mai diesen Jahres ist schon wieder Vergangenheit. All denjenigen, die mit ihren Spenden die Einladung und die Realisierung der Gedenkveranstaltung ermöglicht haben, ein herzliches Dankeschön. Dazu zählen unsere Bürger mit ihren Geldspenden, wie auch die evangelische Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde, die Petrus-Giesensdorf-Gemeinde und die katholische Gemeinde "Heilige Familie" in Lichterfelde im Einzugsbereich des ehemaligen Außenlagers, aber auch die Firma Krone, die ihren Firmensitz in unserem Bezirk hat.
Die Gefahr, die von den Feinden der Demokratie ausgeht, ist noch lange nicht gebannt.
Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde
Postfach 41 10 42
12169 Berlin
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