Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

Gemeindezentrum CelsiusstraßeGemeindehaus Ostpreußendamm
Gemeindehaus ParallelstraßeDorfkirche Giesensdorf

ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Mai 2002

15.11.2019

Dreht euch nicht um, der Rotstift geht rum!

von Constantin T. Huth

Es ist mal wieder soweit: Ein neuer Senat, ein neues Sparmodell. Ein neues Spiel, ein neues Glück.

Nicht nur die Bundesebene, sondern auch das Land Berlin darf nun kräftig mitspielen, auch im Bezirk Steglitz Zehlendorf und sogar auch bei uns im fernen Lichterfelde wird nun der Gürtel enger geschnallt. – Hoppla, welcher Gürtel denn? Der ist doch bereits beim letzten Sparen gestrichen worden.

Gestern hieß es noch: Linear werden 15% Geldmittel eingespart, heute werden die Gelder für Wochenendöffnungszeiten gestrichen und morgen sollen dann die freien Träger frisch und gestärkt städtische Jugendfreizeitheime und Kitas übernehmen.
Natürlich wird währenddessen kräftig weitergespart und auch im sozialen Bereich werden die Daumenschrauben immer fester angezogen.

Mit schmerzlichem Grinsen schaut die Schar der letzten Angestellten in Kitas, Jugendeinrichtungen und Seniorentreffs in Richtung des Spielleiters. Eins zwei drei du bist dran!
...eine alte Frau isst Speck und Du bist weg!

Mit lockeren Abzählreimen werden Projekte gestrichen, Zuweisungen gekürzt und Konzeptionen zunichte gemacht. Wer in der ersten und zweiten Runde nicht betroffen war kann sich sicher sein, es dauert nicht mehr lange. Jeder kommt mal dran, wir wollen doch schließlich sozial sein. Lang lebe der Sparzwang!

Endlich muss keiner mehr arbeiten. Es gibt ja keine Finanzierung mehr. Mitarbeiter von Initiativen und Projekten gesellen sich nun zu ihrer Zielgruppe, und gemeinsam schaut das Volk von Arbeitslosen dem politischen Gesellschaftsspiel zu.
Ladensterben, Preisanstieg, Spendengelder, Insolvenzen, drei Opernhäuser, drei Universitäten, Dienstwagen, Dienstflüge und Schuld(en)zuweisungen. Ich setze auf rot, du setzt auf schwarz und gewinnen tut immer die Bank. Logik ist nicht mehr gefragt.

Am Beispiel des Holzkirche e.V. lässt sich das Geschehen gut verfolgen. Erst abgebrannt, dann wieder aufgebaut, dann als freier Träger mit Bücherbasaren, Festen, Projekten und viel Initiative einen eigenen Rahmen für soziale Arbeit aufgebaut, und nun ohne finanzielle Spielräume zum Zuschauen verurteilt. Also wozu der ganze Aufwand?

"Der größte Bankraub aller Zeiten, Bank raubt Stadt aus" – und kein Verursacher wird belangt oder verhaftet. Vielleicht war der Gedanke mit dem Volkseigentum gar nicht so schlecht. Zumindest klingt Bankeneigentum doch nicht besser.

Es wäre gut, wenn endlich mal jemand los läuft und Hilfe holt!

Constantin T. Huth / Holzkirche e.V.

zum Seitenanfang   Übersicht der Themen   blättern