ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.5.2019

Ein verdienter Ruhestand
Zum Abschied von Pfarrer Dr. Peter Neumann

Ein Rückblick von Inka und Ulrich Langner

Peter Neumann war 1968 zuständig für die neu hinzugezogenen Gemeindemitglieder in der damals entstandenen sogenannten "Thermometersiedlung". Als Gemeindemitglied und Bewohner eben dieser Siedlung seit Anfang der siebziger Jahre haben meine Familie und ich die Arbeit von Herrn Neumann in der Thermometersiedlung mit allen Schwierigkeiten und Problemen mitbegleiten können.

Die Thermometersiedlung wurde in den Jahren 1967 bis 1969 als eine für Westberlin typische Stadtrandsiedlung mit hohem Anteil an Sozialwohnungen gebaut.
Ein interessantes, jedoch schwieriges, Arbeitsgebiet für einen jungen Pfarrer, der sich voller Mut und Tatendrang engagiert in die Arbeit stürzte.

Aus allen Teilen Westberlins und Westdeutschland kamen junge Familien und ältere Mitbürger in diese neue Siedlung. Sie bildeten nicht nur eine große Palette der unterschiedlichsten sozialen Schattierungen, sondern bildeten auch ein neues, weites Aufgabengebiet für eine gewachsene Kirchengemeinde und den jungen Pfarrer. Aus dieser Zeit stammt auch eine Studie von Dr. Peter Neumann über die Thermometersiedlung.

Peter Neumann wollte alles ganz anders machen.

In dem neu errichteten Gemeindezentrum in der Celsiusstraße fanden sich damals schnell Menschen, die gemeinsam etwas machen und bewegen wollten. Nach heutigen Maßstäben war das "GZ" vergleichsweise bescheiden. Es war, bzw. ist, ein, aus mehreren Leichtbauteilen zuammengesetztes Gebäude (ein Pilotprojekt der Fertighausfirma Okal, jedenfalls in Bezug auf größere Deckenspannweiten).

Peter Neumann und wir fanden es wunderbar! Dank Peter Neumann kam so etwas wie eine Aufbruchstimmung auf. Es wehte ein neuer, wie wir fanden, liberaler Wind durch die Gemeinde. Es gab ein Jugendarbeitsteam, ein Kinderarbeitsteam, es wurde mit der Mercator- Grundschule kooperiert, Elternabende wurden im Gemeindezentrum abgehalten. Peter Neumann gab den Anstoß zur Einrichtung eines Kinderladens, der später in einen, über die Thermometersiedlung hinaus, beliebten Miniclub aufging. Was lag näher, dass Thorsten Neumann, der Pfarrerssohn, hier seine ersten Freundschaften finden konnte?

Mit Peter Neumann fanden sich Eltern, die über einen Gottesdienst in neuer Form nachdachten und durchführten. Was nicht immer gleich das Verständnis bei den Gemeindemitgliedern der "alten Gemeinde" fand. Aber von Peter Neumann kontinuierlich vorangetrieben wurde. An jedem vierten Sonntag im Monat wurde und wird der Gottesdienst im GZ gefeiert. Eltern fanden sich zusammen die einen Abenteuerspielplatz bauten und schließlich einen Festausschuss gründeten. Peter Neumann hatte erkannt, dass bei vielen, durch freie Gestaltung von Feiern und Festen auch das Interesse an einer anderen Art von kirchlichem Gemeindeleben geweckt werden konnte. Er organisierte gemeindliche Skireisen, an die sich viele noch mit Freude erinnern. Es gab wunderbare Sommer- und Straßenfeste, die schließlich in dem heute noch beliebten Trödelmarkt mündeten. Viele Bekannschaften, Freundschaften blieben aus dieser Zeit und es bildete sich ein Grundstock von Menschen heraus, die der Gemeinde bis heute hin verbunden sind und haupt- sowie ehrenamtlich Arbeit leisten.

Schließlich, so ist es nun mal in allen Lebensbereichen, man kann nicht alles gleichzeitig machen, Peter Neumann musste sich auch um die "alte Gemeinde" kümmern. Viele engagierte Mitarbeiter zogen aus der Thermometersiedlung weg. Eine Mietergruppe und der Nachbarschaftsverein mit denen Peter Neumann auch heute noch verbunden ist, kümmern sich um die Belange der Bewohner der nun nicht mehr Neubausiedlung.

Nach der sogenannten "Wende" war Peter Neumann einer der ersten, der Fahrten in die neuen Bundesländer für unsere Gemeinde organisierte und noch immer durchführt.

Seine ehrenamtliche, übergemeindliche Arbeit im Dritte Welt Laden gibt uns Hoffnung, dass Herr Neumann auch weiterhin als "Ehrenamtlicher" der Gemeinde erhalten bleibt.

Selbstverständlich wünschen wir Peter Neumann für seinen Ruhestand viel Gesundheit und gute Nerven für die neuen Aktivitäten mit seinen Enkelkindern.