Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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15.9.2019

Die neue Tafel am Gemeindehaus

von Gisela Meyer

Sicher ist Ihnen schon die neue steinerne Informationstafel am Haupteingang unseres Giesensdorfer Gemeindehauses aufgefallen, die dort seit einigen Wochen angebracht ist.

Wir fanden es wichtig, Interessierte mit knappen Worten über seine nicht uninteressante Geschichte und die links neben dem Haupteingang eingemauerte Kanonenkugel, um die sich so manche Legende rankt, zu informieren.

Über den 1924 von der damaligen Gemeindeleitung mit dem Um- und Ausbau beauftragten renomierten Architekten Prof. Bruno Möhring wissen wir, dass er u. a. 1900-1901 in Schöneberg den Hochbahnhof Bülowstraße und 1905 im Wedding die Swinemünder Brücke (wegen ihrer enormen Kosten auch "Millionenbrücke" genannt) konstruierte. In Brandenburg/Havel ließ sich 1901 der Blechspielzeugfabrikant Lehmann ein wunderschönes, heute ebenfalls noch existierendes Jugendstilhaus bauen. Auch das Rathaus Nikolassee wurde 1912 nach Möhrings Entwürfen gebaut.

Die rätselhafte Kanonenkugel erwähnt der Lichterfelder Pfarrer und Ortschronist Pfarrer Ulrich Muhs (1868-1942) in der Beschreibung des Giesensdorfer Gemeindehauses um 1930 mit den Worten: "Noch am ursprünglichen Haus neben dem Haupteingang wurde eine einst von Pfarrer Mulzer auf dem Schlachtfeld von Großbeeren aufgesammelte Kanonenkugel angebracht." Mulzer war 1809-1840 Pfarrer in Giesensdorf. Es ist leider nicht bekannt, wann er sie fand (23.8.1813 Schlacht von Großbeeren).

Fritz Becker

Aber zurück in die heutige Zeit, zu der neuen Tafel:

Sie stammt von dem Bildhauer Fritz Becker aus unserer Gemeinde, der schon an der Innenausstattung unserer Dorfkirche (u. a. Kreuz, Taufstein und Leuchter) maßgeblich beteiligt war, und der auch die längst vergriffene Gedenkplakette zu unserem 700-jährigen Dorfjubiläum entwarf und produzierte. Sein Vorschlag, für die Tafel eine Jurakalksteinplatte zu nehmen, sowie sein Entwurf fand die Zustimmung des Gemeindekirchenrates. So wurden von ihm die Buchstaben gehauen, mit Farbe gefüllt und die Platte poliert. Dann befestigte er sie unter dem vorhandenen metallenen Schild "Evangelisches Gemeindehaus", dem er auch gleich noch neuen Glanz verlieh.

Die Jurakalksteinplatte hat Fritz Becker gestiftet. Seine Arbeit konnten wir aus dem Verkaufserlös unserer Chroniken bezahlen.

Wir sagen Herrn Becker herzlichen Dank.

Die Chronik "700 Jahre Giesensdorf" können Sie im übrigen immer noch, jetzt für 9,00 €, in unserer Küsterei oder bei der Buchhandlung Wollschläger erwerben.

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