Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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15.9.2019

Das Projekt Cajamarca in Peru

von Anne und Peter Goerke

Auf 2500-2850 m Höhe in den Anden von Peru liegt die Stadt Cajamarca. Ruinen aus der Inkazeit zeugen von früher Besiedelung dieser Gegend. Intensiver Erzbergbau (Gold, Silber, Blei) bis in die Gegenwart hat Spuren hinterlassen, auch gesundheitliche, bei den Menschen. Die Mehrheit der 150 000 Bewohner Cajamarcas ist arm. Und die Schwächsten in der Elendskette, behinderte Kinder und Jugendliche, haben daher kaum Lebenschancen. Behinderte Familienmitglieder sind für arme Familien eine doppelte Belastung.

Um diese Kinder und Jugendlichen kümmert sich Christa Maria Stark de Diaz, einstige Sonderschullehrerin aus den Bethler Anstalten bei Bielefeld. Sie ging vor 25 Jahren nach Lima/Peru und beschloss dann bald, ganz dort zu bleiben, um Behindertenarbeit aufzubauen. Sie heiratete einen Peruaner und begann 1979 mit dem Aufbau des Projektes Cajamarca.

Heute werden dort in ihrer Schule 250 Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen (auch Gehörlose und Blinde) entsprechend ihren Fähigkeiten angeleitet und betreut. Für manche Kinder ist die Schulmahlzeit ihr einziges Essen am Tag. Im Waisenhaus leben 45 behinderte Kinder nicht selten legen Eltern in ihrer Not Kinder einfach vor die Schultür. Jugendliche Behinderte können in 3 Werkstätten, auf dem eigenen Bauernhof oder in der Gärtnerei eine berufliche Ausbildung machen oder Tätigkeiten erlernen, die sie befähigen sollen, später selbst zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen. Eltern behinderter Kinder werden zudem selber geschult und ausgebildet, z.B. für soziale und medizinische Notfälle, aber auch, um besser eine Arbeit zu finden.

All das hat Christa Maria Stark de Diaz mit unglaublicher Energie, Kreativität und Improvisationskunst aufgebaut; immer wieder unterstützt von Menschen unterschiedlicher Berufe, die meist aus Deutschland kommend, 1,2 oder mehrere Jahre dort mitarbeiten. Ohne die finanzielle Unterstützung eines in Bethel ansässigen Freundes- und Förderkreises wäre die Arbeit jedoch nicht möglich gewesen; denn der peruanische Staat fühlte sich weder für Gehälter der Mitarbeiter noch für die sonstigen Unterhaltungskosten in der Pflicht. Darum hat das Projekt Cajamarca auch Pilotcharakter im Bereich der Behindertenarbeit in Peru, auch hinsichtlich medizinischer Behandlung behinderter Menschen. So kümmert sich Frau Stark de Diaz um dringend notwendige Operationen und ihre Finanzierung, unternimmt strapaziöse Fahrten mit den Betroffenen u.a. nach Lima.

Wir unterstützen diese Arbeit seit 1978, seit 1980 hier von Berlin aus, und versuchen, andere dazu zugewinnen. Über Verwandte besteht ein direkter Kontakt nach Cajamarca, so dass wir dringende Anliegen vor Ort auch sehr bald erfahren. Im Februar 01 konnten wir Christa Maria Stark de Diaz, während eines Deutschlandaufenthalts, in Minden/Westf. treffen.

Dabei erfuhren wir u.a. Von dem desolaten Zustand des Schulbusses, der nur durch den geschickten Fahrer sein Ziel bisher noch erreicht hat. Die behinderten Kinder haben ohne diesen Bus gar keine Möglichkeit, aus oft abseits liegenden Hütten zur Schule zu kommen. Für diesen Schulbus haben wir in diesem Jahr bei 3 Gemeindebasaren und einem Kollektenanteil der Kita Petrusheim insgesamt 1700 DM nach Bethel überweisen können. Dafür danken wir allen, die uns dabei unterstützt haben!

Im Gemeindehaus Ostpreußendamm sind auf einer Stellwand weitere Informationen und Fotos zu sehen.

Direkte Geldspenden können überwiesen werden an:
Zionsgemeinde-Cajamarca
Konto 6564322,
BLZ 48050161
Sparkasse Bielefeld

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