Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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20.11.2019

Unser Weg nach Bethlehem

von Monika Nickel

In unserer evangelischen Kindertagesstätte Petrusheim ist einer unserer Schwerpunkte die Vermittlung von christlichen Werten und Inhalten. Wir beteiligen uns an den Vorbereitungen und Durchführungen von Familiengottesdiensten, Kinderbibeltagen und kirchlichen Festen wie Erntedank, Ostern und Advent.

Wichtig ist uns dabei, dass den Kindern die Geschichten" begreifbar" sind. Schon seit Jahren ist es eine mit den Mitarbeiterinnen und Kindern entwickelte Tradition in unserer Kita geworden, die Vorweihnachtszeit mit den Kindern auf besondere Weise zu verbringen.

Advent – heißt Ankunft, bedeutet aber auch Warten auf etwas das kommt. Diese Weihnachtsbotschaft sollte verknüpft sein mit dem Bedürfnis der Kinder zu malen, zu basteln und zu gestalten. Unsere Idee war, uns in der gesamten Vorweihnachtszeit ein Stückchen Weihnachten zu nähern. Gemeinsam mit Maria und Josef.

So gestalten wir immer unseren Mehrzweckraum um zum Weihnachtszimmer. Er wird für die Kinder gesperrt, was zur Spannung beiträgt. Indirekte Beleuchtung, Tannengrün und Foliensterne dienen zur Dekoration. Auf den Fußboden legen wir mit Packpapier den Weg, an dessen Ende der selbstgestaltete Stall steht.

Für die Gestaltung des Weges stellen wir Kindern die unterschiedlichsten Materialien zur Verfügung : Steine, Moos, Sand, Holzklötze usw. Die im Hort getöpferten Krippenfiguren kommen hinzu und es entwickeln sich viele Gespräche. Nun treffen sich die Kinder zweimal in der Woche im Weihnachtszimmer. Sie setzen sich erwartungsvoll an den" Wegrand" und lauschen gespannt der Geschichte wie das war mit Maria und Josef und warum die beiden von ihrem Wohnort zu der Stadt gehen mussten, in der sie geboren waren. Gemeinsam überlegen wir, wo ein jeder hingehen müsste, wo sein Geburtsort ist.

In jedem Jahr bereiten drei Mitarbeiterinnen der Kita die Weihnachtsgeschichte inhaltlich vor. Diese gestaltet sich jedes Jahr unterschiedlich, mal ist es ein Schattenspiel, Rollenspiel, Puppenspiel und in dem letzten Jahr entschieden sich die Kolleginnen für die Kett – Methode. Um Schwerpunkte und Symbole der erzählenden Geschichte darzustellen werden bei dieser Methode hauptsächlich einfarbige Tücher benutzt. Die Geschichte wird dabei von einem Erzähler erzählt. Ein Beispiel ist die Darstellung des Hirtenszenarios:

Einige Kinder bekamen Steine und bauten daraus die Umrandung für das Lagerfeuer. Zwei Kinder wurden mit gelben und roten Tüchern aus dem Kreis abgeholt und zu dieser Feuerstelle gebracht. Nun wurden sie aufgefordert aus diesen Tüchern ein Feuer zu formen. Anschließend legten einige Kinder Hölzchen in dieses Feuer. Dabei wurde die Geschichte von den Hirten weiter erzählt, sodass das Bauen eine Unterstützung der Geschichte war. Um die Schafherde zum Leben zu erwecken, verteilte die Kollegin Schafwollflöckchen an die Kinder. Sie fühlten und beschnupperten die Wolle und legten sie dann zu einer Herde ans Feuer. Die Kinder setzten sich jedesmal nach ihrer Aktion an den Weg und kamen zur Ruhe um gespannt der Geschichte weiter zu lauschen. Der Abschluss dieses Vormittags ist dann die Gestaltung des Weihnachtsweges.

Hierzu entsteht am Anfang die Stadt Nazareth. Aus Sand zeichnen die Kinder große und kleine Wege : Steine, Moos und Tannenzapfen kommen hinzu. Aus Tannenzweigen werden Bäume.

Beim Abholen am Nachmittag zeigen die Kinder den Eltern ihren Weihnachtsweg. Auch sie freuen sich jedes Jahr auf diese Zeit. Von nun an ist der "Weihnachtsweg" Thema und Inhalt vieler Gespräche in den Gruppen. Mit ausgewählten Liedern und Geschichten vertiefen wir den Erfahrungsbereich der Kinder. Sie basteln Schafe, Hirten, Könige, Häuser, Palmen, Wasser, und Menschen. Viele Kinder bringen etwas für ihren Weg mit und als Julius unbedingt seine Burg dabei haben wollte, wurde sie zum Sitz von Kaiser Augustus. "Ich geh mal schnell nach Bethlehem ..." war oft zu hören. Die Kinder gehen allein oder in Gruppen in ihr Weihnachtszimmer. Sie legen den Weg von Maria und Josef fest, an manchen Tagen bleiben sie stehen, machen eine Pause. Am Ende kommen sie am Stall an.

Unsere Adventszeit ist seit Jahren anders als früher. Wir hören viel von den Menschen, die um die Zeit der Geburt Jesus gelebt hatten, aber auch von den Menschen in der heutigen Zeit. Es ist spürbar, dass eine Gruppe von Kindern im Alter von 2 bis 9 Jahren etwas zusammen tun und erleben kann.

Maria und Josef gehören mit zum Gruppenleben.

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