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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > November 2001 |
19.5.2012 |
Wir spüren an diesen Vorgängen, dass Religion und persönlicher Glaube keine Privatsache darstellen. Rechenschaft über den eigenen Glauben und Respekt vor anderen Glaubensweisen sind heute genauso notwendig wie die kritische Auseinandersetzung mit der Verkehrung von Religion in eine Quelle des Bösen. Wir brauchen insbesondere ein realistisches Verständnis des Islam – ohne Verteufelung, aber auch, ohne Verharmlosung seiner fundamentalistischen Strömungen. Das fängt in Kindergarten und Schule an und setzt sich auf den Straßen und in den Häusern fort. Spätestens jetzt muss jedermann einsehen, wie wichtig ein sachkundiger Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsangebot an unseren Schulen ist. Auch wenn die Terroranschläge des 11. September von den Tätern und ihren Hintermännern als ein kriegerischer Angriff auf die westlichen Demokratien gemeint waren, dürfen wir uns diese Denkweise nicht zu eigen machen. Die Vorstellung von einem Kampf der Kulturen, von einem Zusammenstoß zwischen der westlichen Zivilisation und der Welt des Islam führt in die Irre. Denn in der einen, zusammenwachsenden Welt muss die Verantwortung für Kultur und Zivilisation gemeinsam getragen werden. Nicht Vergeltung ist nötig, sondern die Bestrafung der Täter nach den Regeln des Rechts. Klarheit verschafft vor allem das Wort des Apostels Paulus: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." Der Schutz des Lebens und die Durchsetzung des Rechts sind jetzt oberste Pflichten staatlichen Handelns. So notwendig ein energisches Einschreiten gegen jede Art von Terrorismus ist, so wenig darf es ungezielte, die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft ziehende, ein ganzes Land ins Unglück stürzende Vergeltungsschläge geben. Auf eine Handlung, die von abgründige Hass und von Rachsucht geprägt war, darf nicht im selben Geist antwortet werden. Auch angesichts der Gewalt, deren Zeug wir alle geworden sind, gilt Jesu Seligpreisung der Friedensstift Mit ihr ist freilich nicht nur eine Haltung gemeint, die für sie selbst auf Gewalt verzichtet. Sondern im Blick ist auch ein Handeln, das ein Ende der Gewalt herbeigeführt, unter der andere zu leiden haben. Die Gemeinden bitte ich dieser Situation, um den Friede zu beten und die Hoffnung zu predigen. So wollen wir der Gewalt entgegentreten und dem Geist des Terrors den Raum verweigern. Wir wollen unsere Kirchen auch weiterhin für Menschen öffnen, die Trost und Halt suchen. Alle sind wir aufgerufen zur Besonnenheit des Redens und Handelns beizutragen. Lesen Sie zu diesem Thema auch:
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