ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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21.1.2019

Ein Traum von Kirche!
Gedanken zum Monatsspruch Oktober

von Dirk Kroll

Liebe Gemeinde!

Zum Einschlafen kann man, wenn man möchte, Schäfchen zählen. Kleine Wollebäuschchen, die beschwingt über eine kleine grüne Hecke springen und dabei fröhlich "Mäh, mäh" blöcken.

Die Bibel hat im Alten wie im Neuen Testament viele Stellen, in denen es immer wieder um Schafe geht. Oftmals wird damit die Gemeinde Gottes, die Versammlung der Gläubigen, die Kirche umschrieben. Der Monatsspruch ist aus dem Gleichnis von verlorenen Schaf entnommen und berichtet von der Freude, die im Himmel herrscht, wenn eins der verlorenen Schafe in die Herde zurückkehrt.

Stellen sie sich vor, sie schließen nun die Augen, zählen lauter kleine Schäfchen und fangen an zu träumen. Sie schlafen ein und haben einen Traum. Einen Traum von Kirche, einen Traum, wo alle Schafe, von den kleinen Lämmern bis hin zu den alten Schafböcken, fröhlich miteinander versammelt sind. Einen Traum, in dem es Freude bereitet zusammen zu kommen und Gottesdienste zu feiern. Einen Traum aus dem sie nicht mehr aufwachen möchten.

Im September fuhr ich mit einigen "Träumern" aus Steglitz zu einem Gottesdienst Seminar nach Niederhöchststadt bei Frankfurt am Main. Dort ging es ausschließlich darum, wie ein solcher Traum wahr werden kann. Denn in der dortigen Ev. Andreasgemeinde hat man es in den letzten Jahren geschafft, konsequent einen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen.

Dabei ging man in der Andreasgemeinde davon aus, dass sich die Zahlenverhältnisse heute etwas anders darstellen würden, als im biblischen Gleichnis. Denn heute müßte der Hirte nicht mehr losgehen, um ein verlorenes Schaf zu suchen und neunundneunzig zurücklassen, sondern er läßt ein Schaf zurück, um sich auf die Suche nach neunundneunzig Schafen zu machen, die weggelaufen sind.

In der Nähe von Frankfurt hat man sich deswegen zielstrebig auf den Weg zu den "von der Kirche distanzierten" Menschen gemacht, um sie wieder zu Gottes Herde zu führen, und dies mit Erfolg, so dass im Himmel, glaubt man dem Monatsspruch eine Menge Freude herrscht.

So wünsche ich uns, dass wir nicht nur von vielen Schäfchen träumen, sondern uns auf die Suche nach ihnen begeben, um sie einzuladen von dem zu hören was uns wichtig ist. Ich würde mich freuen, zusammen mit Ihnen über unsere Träume von Kirche und deren Umsetzung ins Gespräch zu kommen. Deswegen lade ich Sie herzlich zu einem "Etwas anderen Gottesdienst" ein, der am 26. 10. um 20 Uhr in der Matthäusgemeinde in Seglitz (Schloßstraße 44) stattfinden wird. Einige Ideen, wie "Kirchendistanzierte Menschen" neugierig auf die Frohe Botschaft gemacht werden können, sollen da verwirklicht werden.

Und der Traum von Kirche, den ich habe, ist getragen von einem friedlichen Mit- und Nebeneinander von Meinungen und Interessen, von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Und so wünsche ich uns ein friedliches Miteinander, ohne Gewalt und Krieg, in Petrus-Giesensdorf, in Berlin, in der ganzen Welt. Ich weiß, dass Krieg keine Lösung von Problemen darstellt, sondern neue schafft. Ich träume von einer Welt, in der es schwerfällt Menschen zum Bösen zu verführen, weil alle Menschen wissen, dass sie von Gottes Liebe getragen werden. Denn Gott will, dass wir unseren Nächsten, auch unseren Feind lieben.

Und so sei der Friede Gottes, der all unsere Vernunft übersteigt, mit uns allen.

Dirk Kroll