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16.10.2018

Die Spur der Steine ...

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Foto: Annette Pohlke Bereits im Februar dieses Jahres stand für den Gemeindekirchenrat nach einer Information durch Herrn Leutner über das  Außenlager Lichterfelde fest, dass die Gemeinde für die zum Festakt am Gedenkstein anreisenden ehemaligen Häftlinge eine Begrüßungsveranstaltung am 6. Mai ausrichten werde.

So kam es dann, dass am 6. Mai gegen 18 Uhr ehemalige Zwangsarbeiter, zum Teil mit ihren Ehefrauen, in einer gut besuchten Petruskirche unter Klängen von Klezmer-Musik Einzug hielten. Der Abend stand unter dem Motto "Erinnerung und Begegnung".

Der erste Abschnitt des Abends war dem Erinnern und der Vorstellung unserer Gäste gewidmet. Nach der Eröffnungsansprache durch die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats Frau Renate Kolmorgen holte der Programmpunkt nun das erste Mal die Ehrengäste aus der Anonymität heraus. Sie kamen aus Polen, Österreich, Niederlande, Luxemburg, Ukraine und Deutschland. Herr Leutner hat uns in eindrucksvoller Weise die Lebenslinien dieser Menschen nahe gebracht.

Erinnern hat seine Zeit, Melancholie hat seine Zeit. Nach den vielen Reden und der Ernsthaftigkeit, hatte dann aber auch die Fröhlichkeit und die Zukunft ihre Zeit.
Der Mädchentreffpunkt "Bella" zeigte Ausschnitte aus seinem Tanztheater "Bella Showtime". Die Gesichter aller Gäste spiegelten die Freude und Fröhlichkeit wider.

Der eigentliche Anlass des Besuches war ja die Feierstunde an der Gedenksäule auf dem ehemaligen Gelände des Außenlagers. Eine steinerne Gedenksäule. Steine können reden. Sie veranlassen uns öfter als wir es vielleicht wahrhaben zu einem "denk mal", erinnere dich mal. So sind Denkmäler häufig heroische Zeitzeugen oder schmerzliche Erinnerungsmale.

Damit auch dieser Begrüßungsabend in Erinnerung bleibt, haben Kinder der Kindertagesstätte Petrusheim Steine bunt und fröhlich bemalt. Es sind kleine Denkmäler geworden. So wurden von den Mädchen von Bella an unsere Ehrengäste als Erinnerungsstütze an den Abend ein fröhliches Denkmal überreicht.

Foto: Annette Pohlke

Der zweite Teil des Abends diente mit Büfett und Gesprächen der Begegnung. Den musikalischen Rahmen bildeten der Chor unserer Gemeinde, sowie Orgel-, Klavier- und Saxophonmusik durch hervorragende Interpreten wie Friedemann Graef.
Den Abschluss setzte dann eine kurze Andacht.

So. Dieser Abend mit seinen spannenden Gesprächen und durchaus fröhlichen Begegnungen möge ein neues Erinnern bei allen, die dabei waren, auslösen. Es war ein guter Abend.
Dankeschön an die ehemaligen Zwangsarbeiter aus Lichterfelde für ihr Kommen.

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