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ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf > Gemeindebrief > Archiv > Juni 2001 |
19.5.2012 |
So nach und nach entstanden die anderen Häuser und für uns Kinder ein idealer Spielplatz, wenn die Arbeiter weg waren. Auf den Gerüstbrettern konnte man so wunderbar wippen und tagsüber holten wir den Bauarbeitern Zigaretten aus dem Laden von Herrn Peterson. Wir durften immer die Bildchen aus den Zigarettenschachteln behalten. Inzwischen entstand der Kirchmeisterweg als Privatstraße mit deren Häusern. Die große Wiese dahinter bis hoch zum Stephaniweg blieb frei und war für uns eine herrliche Spielwiese. Der Kindergarten der Petrus Gemeinde, der hinter dem Gemeindehaus in der Parallelstraße lag, damals noch ein Holzbau, war für uns noch ziemlich unbekannt. Wir schauten manchmal über den Zaun, hatten aber keine rechte Verbindung dazu, da es uns noch nicht klar war, daß auch Mütter arbeiten gehen mußten und ihre Kinder dort ablieferten.
Der Königsgraben, ein kleines Bächlein, floß von der Hildburghauser Straße den jetzigen Woltmannweg entlang. Er ging bis zur Osdorfer Straße und endete im Stangenpfuhl. An dieser Stelle ist heute ein Löschteich. Unter den Straßen wurde der Graben durch ein Rohr geleitet. Es gab dort viele Frösche und Eidechsen. Letztere gab es sogar noch auf unseren Grundstücken. Ab Großbeerenstraße über die Osdorfer hinaus war alles frei. Nur Wiesen und Acker, auch Kornfelder, die sich bis Teltow hinzogen, unterbrochen durch den kleinen Flecken Sigridshorst, der inzwischen mächtig gewachsen ist. Wir fuhren viel mit dem Fahrrad in diese Gegend, über Heinersdorf hinaus zum Mahlower See zum Baden. Kürzlich war ich mal dort und wie immer, hatte ich den See doch sehr viel größer in Erinnerung. Leider trocknet er immer mehr aus. Es gab etliche Kuhställe in der Gegend. Woltmannweg Ecke Großbeerenstraße, in der Hochstraße und in der Schütte-Lanz Straße. Führte unser Weg dort vorbei, schauten wir immer erst in die Ställe hinein. Den Dung für unseren Garten bestellte sich mein Vater dort. Die Milch wurde ins Haus geliefert und mit einer Schöpfkelle aus einer großen Kanne bei uns gleich in den Milchtopf getan. Frau Pieper aus der Hochstraße kam mit dem Fahrrad, an der die große Kanne hing. In der heutigen Zeit für die Gesundheitsbehörde undenkbar. wir sind trotzdem ohne Allergien groß geworden. Auf dem Gemeindehaus-Grundstück in der Parallelstraße stand Anfang der Zwanziger Jahre eine Ziegelei. Die Mauersteine, die dort hergestellt wurden, bestanden mehr aus Schlacke als aus Ton. Aus diesen Steinen wurden damals Anfang 1920 die Doppelhäuser und Reihenhäuser östlich des Pfarracker gebaut. Die Bewohner können heute noch ein Lied davon singen, wenn sie einen Nagel in die Wand klopfen wollen. Es bröckelt gleich immer ein halber Stein mit heraus. Trotzdem haben alle diese Häuser die schweren Bombenangriffe im letzten Krieg überstanden. Ich ging in die Kastanienschule und da nach einigen Monaten die Klasse überfüllt war, mußten meine Freundin Ingrid und ich nach Lichterfelde Süd in die Giesensdorfer Schule gehen. Ein weiter Weg für uns zu Fuß. Der Weg führte uns die Hildburghauser Straße entlang, am ehemaligen Coca-Cola Werk vorbei. Wo heute der Tunnel unter der S-Bahn durchführt, war eine Schranke mit Schrankenwärter. Ebenso an der Osdorfer Straße, es gab ja nur Vorort- und Fernverkehr. Noch einen Übergang gab es an der Hochstraße, der an der Brauerstraße endete. Es gab dort keinen Schrankenwärter und ich kann mich erinnern, dass wir öfter unerlaubterweise unter der Schranke durchgekrochen sind. In der Eisenbahner-Siedlung hinter der Bahn gab es früher schon die schönen Laubenfeste mit Karussel und Tombola, bei denen wir natürlich immer dabei waren. Lesen Sie zu diesem Thema auch:
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