ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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25.3.2019

Frau Langner geht in den Ruhestand

von Susanne Peters-Streu

Ich komme zum Gemeindehaus am Ostpreußendamm und sehe schon von weitem das schwarzrote Fahrrad. Mit Drahtkorb auf dem Gepäckträger und der roten Regenjacke steht es vor dem Haupteingang, ein untrügliches Kennzeichen: Frau Langner, unsere Haus- und Kirchwartin, ist da. Irgendwo zwischen Kirche, Friedhof, Kita-Gelände, Vorgarten, Keller und Dach ist sie beim Arbeiten, immer zuerst da, wo es gerade brennt.

Sie hat die Dinge im Blick und packt sie an. Der Kita-Keller steht unter Wasser, die Pumpe ist kaputt, eine Firma muss her. Der Umbau des Gemeindehauses steht bevor, die Bauarbeiter rücken an, keiner hat die Räume leer geräumt, sie packt an. Das Wochenende naht, am Sonntag werden wir Gottesdienst feiern, und sie bereitet die Kirche vor, Blumen und Kerzen, damit es einladend und freundlich ist für die Menschen, die kommen. Was auch immer wir gefeiert und vorbereitet haben, Osterfrühstück oder Weihnachtsfeier, sie hat zugepackt. Sie kennt viele Menschen in der Gemeinde, hat ein offenes Ohr. Wir verdanken ihr viel! Verantwortlich, umsichtig, mit viel Herz hat sie in unserer Gemeinde mitgetan, auch wenn es manchmal bis an den Rand der Kräfte ging und über die bezahlte Arbeitszeit hinaus allemal.

Liebe Frau Langner, wenn ich dies schreibe für unseren Gemeindebrief, nun nicht mehr Forum sondern Schlüssel in der fusionierten Gemeinde, dann ja als diejenige Mitarbeiterin in der Gemeinde, die am kürzesten da ist und immer noch auf dem Weg kennenzulernen und wahrzunehmen. Mit Ihrem Erzählen über die Gemeinde und ihre Geschichte haben Sie mir viel weitergegeben von Ihrer Begeisterung. Wo Ihr Herz besonders schlägt, war auch nie zu überhören.

Begonnen haben sie ihre Arbeit im Gemeindezentrum in der Celiusstr. Viele Menschen, kleine und große, alte und junge haben das Haus mit Leben gefüllt. Feste und Trödelmarkt, der Miniclub, die offene Kinderarbeit, die Nähkreise und Gymnastikgruppen, die sich dort treffen und einmal im Monat der Gottesdienst. Sie haben miterlebt, wie die Arbeit schwieriger wurde, die bezahlten Mitarbeiter wurden weniger, das Haus an mancher Stelle undicht, viele Pläne und Planungen, wie es mit dem Gemeindezentrum weiter gehen soll, Abriss und Neubau, neue Konzepte, aber das Geld reicht weder für das eine noch für das andere. Sie sind unermüdlich geblieben in Ihrer Leidenschaft für die Arbeit im GZ und die Menschen in der Thermometersiedlung.

Mit Leidenschaft haben sie den Vorgarten am Gemeindehaus gepflegt und Vorbeigehende durch die Blumenpracht erfreut. Noch ein bißchen dörflich ist so der Anblick, vergisst man für einen Augenblick den rauschenden Verkehr an der Straßenkreuzung.

Nun gehen Sie in den Ruhestand, auch ein wenig unvorstellbar. Die berufliche bezahlte Arbeit geht zu Ende. Sie bleiben Teil unserer Gemeinde, werden weiter mitarbeiten, vielleicht auch an ganz anderer Stelle als bisher und mit anderer Freiheit. Im Namen der Gemeinde danke ich für all Ihr Tun und wünscht ihnen behütete und gesegnete Zeiten. Möge das irische Segenswort sie begleiten:

Deine Hände sollen immer Arbeit finden,
immer einen Groschen in der Tasche,
wenn du ihn brauchst.
Das Sonnenlicht soll
auf dein Fenstersims scheinen
und dein Herz voll Gewißheit sein,
daß nach jedem Unwetter ein Regenbogen leuchtet.

Der Tag sei dir günstig
und die Nacht dir gnädig.
Die gute Hand eines Freundes
soll dich immer halten.
Und möge Gott dir das Herz erfüllen
mit Frohsinn und Freude.

Pfarrerin Susanne Peters-Streu