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26.3.2019

Ursachen für Aggressivität

von Gilka Rohlfs-Haupt

Spricht man über Konzeptionen – und das geschieht jetzt zu Zeiten von Qualifizierungsmaßnahmen in den Kitas wieder mehr – so taucht immer wieder die Frage auf: Sind unsere Kinder aggressiver geworden? Wir denken, ja.

Wollen wir uns noch einmal die Ursachen von Aggressivität vor Augen halten:

LEISTUNGSDRUCK. Es gibt tatsächlich die Meinung, Kinder früh an Leistung heranzuführen, damit sie in dieser Gesellschaft bestehen können. Das ist verkehrt. Kinder, zumal in zartem Alter, brauchen Zeit, Hinwendung, Nähe, Fürsorge, Hautkontakt etc. Eine in dieser Weise wertgeschätzte Persönlichkeit "leistet" dann wie von selbst.

VERMASSUNG und ANONYMITÄT. Jedes Kind will etwas Besonderes sein und mit Achtsamkeit behandelt werden. Aber der Senat hat den Personalspiegel erneut gekürzt. Große Gruppen, wenig Personal, ein unverantwortliches Handeln.

Fehlende WERTORIENTIERUNG. Dazu gehören Überforderung oder Unterforderung, von Verantwortung freisetzende Erziehung, aber auch die verwöhnende Erziehung. Eltern, aber auch Erzieher im Arbeitsstress setzen sich oft mit den Kindern wenig auseinander, geben nach, erfüllen alle Wünsche. Manchmal wird diese Haltung mit "Bedürfnisorientierung" verbrämt, wo Erwachsene keine Kraft haben. Interessanterweise erleben Kinder die fehlende Auseinandersetzung, den Mangel an Grenzsetzung, als Desinteresse, sie fühlen sich ungeliebt, sie werden aggressiv. Der Spiegel warf jetzt schon die Frage auf, ob eine Rückkehr zur "Autoritären Erziehung" nicht hilfreicher wäre?

Mangelnder RAUM zum Toben und Spielen. Eindeutig, unsere Kinder brauchen mehr Bewegung.

Schlechte VORBILDER: Horrorfilme machen Angst, das Kind erlebt die Welt innerlich verängstigt. Comics, die Konflikte nur über Gewalt lösen.

SCHLÄGE. Die Regierung stellt Schläge in den Familien unter Strafe. So gibt sie Orientierungshilfe. Gott lob.

Viel FUNKTIONALES REDEN mit den Kindern. Beobachten Sie einmal die Gespräche mit Kindern. Hast du dein Brot gegessen? Hast du Schularbeiten gemacht? Komm schnell, wir müssen zum............! Kinder haben ein eigenes Welterleben, das wollen sie mitteilen. Reden Sie mit Kindern über Gott und die Welt.

Mangelnde HILFE zur Lebensbewältigung. Wieviel Schutz braucht ein Kind bei Konflikten mit seiner Umgebung, aber auch wieviel Zutrauen, es selbst zu schaffen. Hier ist vom Erwachsenen Empathie gefordert, Intuition, die Balance zu finden, die dem Kind gut tut.

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