Evangelische Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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8.12.2019

Auf dem Weg
Millenniums-Bilanz der Gemeinwesenarbeit

von E-Mail , Gemeinwesenarbeiter im Ev. Kirchenkreis Steglitz

Ein Schwerpunktgebiet der Gemeinwesenarbeit ist die Thermometer-Siedlung in Petrus-Giesensdorf (Lichterfelde-Süd), die die typischen Probleme einer Hochhaus-Siedlung am Stadtrand mit vorrangig "sozialem Wohnungsbau" (®südliche Hälfte = GSW-Bereich = 1184 Wohneinheiten) aufweist: Hohe Mieten, hohe Arbeitslosigkeit (besonders bei Jugendlichen + jungen Erwachsenen), hoher Ausländeranteil. In den letzten Jahren auffällig: Vandalismus, Gewaltbereitschaft, Kriminalität, Defizite im Wohnumfeld, keine Angebote offener Kinder- und Jugendarbeit in der Siedlung, Wohnungsleerstand.

Der Beschluss der Petrus-Giesensdorf-Gemeinde, das abrißreife Gemeindezentrum in der Celsiusstrasse durch einen neuen Gemeindestützpunkt zu ersetzen, ist finanziell an den Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstücks mit z.zt. Kleingärten gebunden. Dies wird derzeit vom Bezirksamt Steglitz per Veränderungssperre verhindert. Eine Entschädigung zum Marktwert muss erstritten werden.

Für das Stadterweiterungsgebiet Lichterfelde-Süd ("Geisterstadt") südlich der Thermometer-Siedlung – Eigentümer: Bundeseisenbahnvermögen – gibt es grosse Pläne: Hier sollen – lt. Ergebnis des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs im Juni 1998 – auf 115 Hektar rd. 3300 Wohneinheiten vor allem qualitativ hochwertige Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser – privat finanziert – entstehen. Die von der Fa. Haberent (Projektentwickler neben Eisenbahn Immobilien-Management (EIM)) in Aussicht gestellte schnelle Realisierung ist bisher ausgeblieben. Die kürzlich dem Steglitzer Bauausschuss vorgestellten überarbeiteten Pläne stießen sogar weitgehend auf Ablehnung des Bezirksamts. "Zu groß, zu laut und zu wenig Grün" titelte die Berliner Morgenpost in ihrem Lokalanzeiger vom 7.9.2000. Frühestens im ersten Halbjahr 2001 sei mit der Erarbeitung von Bebauungsplänen zu rechnen, so hört man aus dem Stadtplanungsamt.

Der Runde Tisch Thermometer-Siedlung (Stadtteil-Konferenz) (seit März 1999) wird von mir koordiniert. Hier arbeiten Katholische und Evangelische Kirchengemeinde, Grundschule, Kindertagesstätten, Nachbarschaftsverein(e), freie Träger der Jugendarbeit, Polizei, Seniorenvertretung, Gewerbetreibende, DW Steglitz, DRK, Wohnungsbaugesellschaft (GSW), Mieterbeirat, VertreterInnen des Bezirksamts, des Präventionsbeirats, Holzkirche und viele andere gemeinsam daran, die Lebensqualität in der Siedlung zu verbessern, Toleranz und Nachbarschaft zu fördern – recht erfolgreich, z.B.:

BIG STEPS – Servicestation im Wohngebiet (Celsiusstr.56), (sinnvolle) Beschäftigung mit integrierter Qualifikation für junge (arbeitslose) Erwachsene aus dem Kiez. Sie sind präsent im Wohngebiet, beseitigen Graffiti, Schäden an Gebäuden und Grünanlagen, reinigen Kinderspielplätze, Wege und Grünanlagen unbürokratisch und schnell. In Seminaren und Schulungen erwerben die TeilnehmerInnen theoretische Fertigkeiten und Kenntnisse, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. 9 jungen Leuten aus dem Team konnte bereits ein Arbeits-/Ausbildungsplatz vermittelt werden.
Und: Jugendtreff (arabische Jugendliche) im ehemaligen Blumenladen – Streetball-Turniere, Jugenddisco.
Träger: Jugendwohnen im Kiez e.V., in Kooperation mit GSW, BBA, Arbeitsamt Berlin Südwest, Servicegesellschaft zukunft im zentrum (EU-Mittel)

BUS-STOP – Anlaufstelle, mobile Beratung Erwachsener, Jugendlicher, Kinder 3x wöchentlich in einem ausrangierten Stadtbücherei-Bus in der Thermometer-Siedlung, Träger: NHW eV., Kooperation mit DRK, DW Steglitz, Petrus-Giesensdorf-Gemeinde.
Hitliste: Die sehr gut angenommenen Ferienaktionen für Kinder und Rampenlicht –Aktionen in der Thermometer-Siedlung an einem Wochenende im Mai 2000 mit einer Vielfalt an spielerischen und kreativen Angeboten für Jung und Junggebliebene.
Das Projekt ist im Oktober 2000 ausgelaufen (ABM!). Entgegen der Ankündigung wird NHW e.V. keine offene Jugendarbeit mehr machen.

Bürgersprechstunde der Polizei-Direktion 4, Abschnitt 46, jeden 1. Donnerstag im Monat, von 17-20 Uhr, im Mieterbeiratsbüro, Celsiusstr. 60

Trödel-Stube (für die MieterInnen), mittwochs von 14-19 Uhr, sonntags von 15-18 Uhr in der Celsiusstr. 60, prima organisiert von Ellen Büttner, Träger: (GSW-) Mieterbeirat Thermometer-Siedlung, Erlös geht für gemeinnützige Zwecke an den Nachbarschaftsverein Thermometer-Siedlung e.V.

3. Deutschkurs für (17) Frauen aus der Türkei im Alten Waschhaus, kostenlos, mit Kinderunterbringung (gesponsort vom (GSW-) Mieterbeirat, NV Thermometer-Siedlung, Veranstalter: Volkshochschule Steglitz), wird sehr gut angenommen.

Stadtteil-Zeitung "Wir in Lichterfelde-Süd", mit freundlicher Unterstützung der GSW, der Ladenbesitzer in der Siedlung und des Nachbarschaftsvereins Lankwitz e.V.

Das Fest 30 Jahre Thermometer-Siedlung am Samstag, den 15. Juli 2000 war ein großer Erfolg – und das vielleicht bisher schönste Fest der Siedlung, mit attraktiven Angeboten für Jung + Alt, kultureller Vielfalt und breiter Beteiligung.

Nachbarschafts-Café im Alten Waschhaus –sonntags von 15 – 18 Uhr. Ehrenamtlich betrieben von Marion Joebges, Karlheinz Dittmar und Dietrich Mußmann.

Noch offen:

ULS

Engagement
für optimalen Lärmschutz
an der Anhalter Bahn-Trasse

 
Die Umweltschutzinitiative Lichterfelde-Süd (ULS)
trifft sich
jeden 1. Donnerstag im Monat (außer im August)
um 19 Uhr im Alten Waschhaus,
Celsiusstr. 60, 12207 Berlin, Endhaltestelle der Busse 186, 280, S-Bahn 25 (Lichterfelde-Süd)
Infos, Kontakt: Fax/Tel: (030) 712 20 07

Im Planfeststellungsverfahren Anhalter Bahn (Fernbahn) gibt es keine guten neuen Nachrichten. Die Bahn lehnt nach wie vor konsequente durchgehende Lärmschutzmaßnahmen ab. Das Eisenbahn-Bundesamt wird die Planfeststellungsbeschlüsse für beide Planfeststellungsabschnitte erst im neuen Jahr veröffentlichen. Ich arbeite mit der Umweltschutzinitiative Lichterfelde-Süd (ULS) – Motto: Ja zur Bahn – Nein zum Lärm – eng zusammen. In Vorbereitung einer vermutlich notwendigen Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss haben wir bereits 45.000 DM mit unserem Rechtshilfefonds gesammelt, um das Risiko der Klägergemeinschaft zu minimieren. Die Solidarität des Berliner Abgeordnetenhauses fand 1999 in dem Beschluss Ausdruck, dass die Bauvorhaben Dresdner Bahn und Anhalter Bahn – unabhängig von der Rechtsauffassung der Deutschen Bahn AG – hinsichtlich der erforderlichen Lärmschutzmassnahmen wie Neubauten anzusehen seien, hier müssen die Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung eingehalten werden. Dies sollte der Senat umsetzen. – Zur Zeit ist leider kein Wahlkampf und Herr Strieder wackelt, was den o.g. Abgeordnetenhausbeschluss angeht. Bei der Dresdner Bahn, deren Aufbau noch nicht abschliessend geklärt ist, obwohl das Verfahren z.Zt. wieder läuft, engagieren sich unsere Politiker einhellig für eine teure Tunnellösung in Lichtenrade. Im Berliner Haushalt sind dafür ca. 61 Mio DM reserviert.

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