ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf

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24.3.2019

Es begab sich aber zu der Zeit ...

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So beginnt, wie wir alle wissen, die Weihnachtsgeschichte beim Evangelisten Lukas.

Aber von welcher Zeit ist hier eigentlich die Rede? Immer wieder hat man versucht, etwas genauer herauszufinden, wann denn nun genau Jesus das Licht der Welt erblickte. Bei dem Versuch, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, hat man immer wieder hilfesuchend gen Himmel geblickt. Wenn der Evangelist Matthäus recht hat mit seiner Behauptung, daß den Weisen aus dem Morgenland ein hell leuchtender Stern den Weg wies, dann besteht immerhin Hoffnung, dieses astronomische Phänomen zu identifizeiren und anschließend zu datieren.

Entsprechend hat man fast alle in Frage kommenden astronomischen Ereignisse dafür herangezogen. Schon der Kirchenvater Origines verglich den Stern von Bethlehem mit einem Kometen, und tatsächlich wissen wir aus den Aufzeichnungne chinesischer Astronomen, daß im Jahre 5 v.Chr ein hell leuchtender Komet beobachtet werden konnte. Am häufigsten wird allerdings die These vertreten, es handele sich um eine bestimmte Konjunktion der Planeten Juppiter und Saturn. Gut alle 20 Jahre treten die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems eng zusammen. Gerade erst vor wenigen Wochen konnte dieses Phänomen wieder beobachtet werden. Auch im Jahre 7 v. Chr. trat diese Konjunktion ein. Der Stern von Bethlehem?

Eher nicht. Wer Matthäus Bericht für einen historischen Augenzeugenbericht hält, der sollte sich den Wortlaut auf der Zunge zergehen lassen: "Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, wo das Kindlein war." (Matth. 1,9) Dieses Verhalten zeigt deffinitiv kein uns bekanntes astronomisches Phänomen.

Den wahren Weg zum Starne von Bethlehem weist uns der Prophet Jesaja: "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell." (Jes. 9,1)

Hier geht es nicht um Kometen und Planetenkonjuktionen. Es geht um Licht in der Finsternis, um das Ende des Verlorenseins, um die Hoffnung, die durch Jesus zu den Menschen kam.

Licht und Finsterniss gehören zu den stärksten Metaphern, die den Menschen seit Urzeiten begleiten. Die Finsternis steht für das Böse, die Kälte, den Tod. Das Licht steht für das Gute, die Wärme, das Leben. Immer fürchten wir, daß die Finsternis siegen könnte, denn oft ist es nur ein ganz kleines Licht, daß uns in einem Meer der Finsternis geblieben ist. Die Evangelisten ermutigen uns, an das unverlöschliche Licht zu glauben, daß Gott für uns leuchten läßt." Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen." (Joh. 1, 5)

Um uns an das Fortleuchten des Lichts, zu erinnern, feiern wir das Weihnachtsfest als ein Fest des Lichts. Kerzen lassen Häuser und Kirchen erstrahlen, mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres, wenige Tage nach Wintersonnenwende. Dann liegt der längste Teil des Winters noch vor uns, mit Kälte und Schnee, aber das Licht kehrt bereits jeden Tag ein bißchen mehr zu uns zurück. Im Grunde ist auch das nur ein astronomisches Phänomen. Aber als Menschen können wir die Dinge eben nicht nur als das sehen, was sie sind, sondern müssen wir sie vor allem als das sehen, was sie für uns bedeuten.