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21.1.2019

Die Orgel der Dorfkirche

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Die erste Orgel in der Dorfkirche wurde im Jahre 1836 erbaut; dabei handelte es sich um ein recht kleines Instrument mit 5 Registern – mit 5 verschieden klingenden Pfeifensorten – jedoch hatte diese Orgel kein Pedal. In dieser Zeit begann man, die Dorfkirchen mit derartigen Instrumenten auszustatten, um den Gesang der Gemeinde zu verbessern. Im Umland findet man diese alten "Dorforgeln" noch in zahlreichen Kirchen. Diese "Dorforgel" in unserer Kirche versah lange Zeit ihren Dienst.

Im ersten Weltkrieges mußten in Deutschland von vielen Orgeln die Prospektpfeifen, also die Pfeifen, die von vorne sichtbar und auch vom Klang her für die Orgel wichtig sind, abgegeben werden. Dies lag daran, daß diese Orgelpfeifen einen hohen Anteil Zinn sowie Blei enthielten, das zur Herstellung von Munition benötigt wurde. Sicherlich wurde auch die Abgabe der Giesensdorfer Orgelpfeifen verlangt; dadurch muß eine so kleine Orgel ihre klangliche Grundlage verloren haben.

Im Jahre 1927, in einer Zeit, in der die Berliner Vorstädte wuchsen und auch am Rande der Gemeinde Giesensdorf neue Siedlungen entstanden, entschloß man sich zu einem Orgelneubau. Die kleine Kirche bekam ein neues größeres Instrument.

Diese Orgel mit neun Registern wurde vom Orgelbauer Steinmeyer erbaut. Die Orgel wurde, wie schon das Vorgängerinstrument, auf einer Empore aufgestellt. Nur 17 Jahre später, im Frühjahr 1945 wurde beim Brand der Kirche auch die Orgel zerstört.

Betrachtet man Bilder von der Kirchenruine aus der Nachkriegszeit, so hält man es fast für ein Wunder, daß es überhaupt möglich war, unsere Kirche wieder aufzubauen.

Der Wiederaufbau geschah dann allerdings in einer recht schlichten Form; dazu passend wurde die Kirche auch nur mit einer sehr kleinen Orgel – mit nur vier Registern – ausgestattet. Sie besitzt keine eigenen Baß-Register; mit den Füßen spielt man die gleichen Töne wie mit den Händen. Auch bei der optischen Gestaltung der Orgel war man sehr sparsam: die Orgel besitzt keine Prospektpfeifen, das heißt:

Es gibt keine Pfeifen, die vor der Lade extra in der Front der Orgel aufgestellt sind, um dem Instrument ein schönes Aussehen zu verleihen, man blickt also direkt ins "Innere" der Orgel.

Gebaut wurde die kleine Orgel vom Berliner Orgelbauer Schuke im Jahre 1956. Seitdem begleitet uns dieses kleine Instrument nun jeden Sonntag beim Singen.

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