Die Giesensdorfer Kirche heute
Während der Kämpfe
um Berlin im April 1945
brannte die Dorfkirche
bis auf die Grundmauern
nieder. Rund zehn Jahre
sollten die Reste der
Dorfkirche auf ihre Wiedererweckung
warten;
erst 1954 begann man
mit der Sicherung und
Enttrümmerung der Ruine.
Bilder aus dem Herbst
1954 zeigen dann einen
Gottesdienst, der zum
Beginn der Bauarbeiten
abgehalten wurde. Beim
Wiederaufbau der Dorfkirche
orientierten sich
die Architekten Charlotte
und Ludolf von Waldhausen
– beraten durch den
Landeskonservator Scheper
– bei der Innen- und
Außengestaltung an den
für das ausgehende Mittelalter
angenommenen
Befunden. Deshalb unterblieb
auch die Rekonstruktion
des Turmes und
der Emporen im Innenraum.
Beim Wiederaufbau
wurde der zerstörte Westgiebel
nach dem Vorbild
des erhaltenen, mittelalterlichen
Ostgiebeles
aus Feldsteinen gemauert
und bekam anstelle des
Turmes einen Dachreiter
für eine Glocke. Bei der Eindeckung des Dachs orientierten sich die Architekten an der traditionellen Klosterbedachung
mit Mönch und Nonne.
Der Innenraum erhielt ebenfalls eine einfache,
aber ansprechende Ausstattung: Für die Bestuhlung wurden Eichenholzstühle
mit Strohpolster, für die Beleuchtung schmiedeeiserne Leuchter an der Decke und
den Wänden angefertigt. Den ebenfalls aus Eichenholz gefertigten Altar zieren zwei
nach Entwurf des Bildhauers Fritz Becker gefertigte Leuchter; auch das Altarkreuz
und der Taufstein wurden von Becker geschaffen. Die beiden bunt verglasten Fenster
oberhalb des Altares wurden vom Kunstmaler Wulk aus Haffkrug entworfen. Sie
zeigen Szenen aus der Passion Christi. Das linke Fenster zeigt die Teilung der Kleider
durch die Kriegsknechte unter dem Kreuz. Das rechte zeigt dagegen den auferstandenen
Erlöser, der über den Tod – durch das Schwert verkörpert – triumphiert. An der
Westseite des Innenraums steht die von der Firma Schuke gebaute Orgel.
Erst 1975 wurde nach alten Plänen außen an der Nordostecke der Dorfkirche die
1945 zerstörte und danach abgetragene Sakristei wieder errichtet.

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