Taufe
Die Taufe ist nach evangelischem Verständnis eine der beiden Gottesgaben, die Jesus von Nazareth seinen Nachfolgern und der Kirche gegeben hat. Die Evangelien berichten von seinen Abschiedsworten: "Gott hat mir die Macht über Himmel und Erde gegeben. Geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe." (Matthäus 28, 18 - 20) Die Taufe ist zuerst ein spirituelles Geschehen, das nicht in Menschenhand liegt. Diese Überzeugung kommt in den alten Worten zum Ausdruck, die das Wesen der Taufe bezeichnen: Lateinisch sacramentum gleich griechisch mysterion. Jesus Christus lädt Menschen zur Teilhabe an seinem neuen Bund der Kinder Gottes ein. In der Taufe werden wir mit unserem Herrn Jesus vereinigt und mit Gott versöhnt. Ebenso wie beim Abendmahl - dem anderen Sakrament - erfahren wir spirituell, wie Gottes Heil an uns geschieht. In zweiter Hinsicht ist die Taufe auch ein Rechtsakt: Wer getauft ist, der gehört zur christlichen Kirche. Nach seinem Bekenntnis zum christlichen Glauben wird ein Mensch durch die Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Die Taufe wird von allen christlichen Kirchen anerkannt, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen gehören und erlischt auch nicht durch den Austritt aus der Kirche.
Wer kann getauft werden?
- Kinder werden auf Wunsch ihrer Eltern getauft. Die Eltern bekennen bei der Taufe ihres Kindes gemeinsam mit den Patinnen und Paten stellvertretend den Glauben und verpflichten sich, für die Erziehung des Kindes im christlichen Glauben zu sorgen. Es soll wenigstens ein Elternteil Mitglied der evangelischen Kirche sein. Ist das nicht der Fall, besprechen die Eltern mit dem Pfarrer, der Pfarrerin in ihrer Gemeinde, ob eine Taufe dennoch möglich ist.
- Jugendliche, die den Konfirmandenunterricht besuchen, aber nicht getauft sind, können selber entscheiden, wann sie getauft werden möchten. Die Religionsmündigkeit beginnt mit 14 Jahren – wer mündig ist, kann ohne Eltern entscheiden und braucht auch keine Paten mehr. Bei der Konfirmation werden sie dann als Jugendliche getauft und mit den anderen eingesegnet. Manche finden es schöner und passender, noch vor der Konfirmation getauft zu werden. Deshalb bieten wir bei Bedarf in der Petruskirche zu Anfang des Konfirmationsjahres einen Jugendgottesdienst für alle nicht getauften Konfirmanden an.
- Erwachsene führen vor ihrer Taufe ein oder mehrere Gespräche über den Glauben, die Kirche und die Beweggründe für die Taufe mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer.
Taufpaten sind notwendig, solange Kinder noch klein und damit nicht religionsmündig sind. In der Regel gibt es zwei Taufpaten. Eine Patin oder ein Pate sollen der evangelischen Kirche angehören und zum Abendmahl zugelassen sein, die anderen Paten können zum Patenamt zugelassen werden als Gemeindeglieder einer Kirche innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Katholische Kirche, Evangelische Freikirche). Wer keiner christlichen Kirche angehört, kann nicht Pate sein. Manche Eltern wünschen sich trotzdem eine Beteiligung an der Taufe ihrer Kinder. Es ist möglich, als Taufzeuge bei der Taufe dabei zu sein. Taufzeugen haben allerdings keine kirchliche Funktion.
Taufanmeldung erfolgt in unserer Küsterei/Gemeindebüro mit Geburtsurkunde. Bei Kindertaufen benötigt man Patenbescheinigungen, wenn die Patinnen und Paten nicht zu unserer Gemeinde gehören. Diese können auch nachgereicht werden, müssen aber rechtzeitig vor der Taufe vorliegen. Patenbescheinigungen weisen die Kirchenzugehörigkeit nach und werden von der zuständigen Kirchengemeinde – in der Regel der Wohnortgemeinde – ausgestellt.
Wo und wann wird getauft?
Getauft wird im Sonntagsgottesdienst in beiden Kirchen oder in speziellen Familiengottesdiensten. Regelmäßiger Taufsonntag ist bei uns der zweite Sonntag eines Monats. Die Termine sollten frühzeitig festgelegt werden. Vor der Taufe lädt die Pfarrerin bzw. der Pfarrer zu einem Taufgespräch ein, bei dem über den Täufling und seine Familie, den Taufspruch und den Ablauf der Taufe gesprochen wird.
Bei weiteren Fragen zum Thema Taufe gibt Ihnen unsere Küsterei Auskunft.
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